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Tuba Isik (2024): Musik und Gesang in der islamischen Religionspraxis



Musik und Islam – diese Verbindung reicht weit in die Geschichte, bis in die Frühzeit des Islam zurück. Unsere Professorin Tuba Isik hat ihre Entwicklung in ihrem jüngsten Artikel "Musik und Gesang in der islamischen Religionspraxis"* beleuchtet. Bei der Herausbildung und in der Alltagsreligiosität der Menschen habe die mystische Tradition des Islam eine entscheidende Rolle gespielt, so Tuba Isik. Auch seien Heilpraktiken oft von Instrumenten begleitet gewesen, wodurch Musik einen kurativen Charakter gehabt habe – ein Verständnis, das muslimische Gelehrte bei den Übersetzungen der altgriechischen Texte übernommen haben dürften.

Allerdings sei unter muslimischen Gelehrten umstritten, ob und inwiefern Musik im Alltag von Muslim:innen zulässig ist. Ihre nachfolgenden Ausführungen verortet Tuba Isik daher zunächst kritisch innerhalb prophetischer Aussagen zu Musik, bevor sie anschließend anhand von İlâhî, Salāt-u Salām bzw. Taṣliyya und Mevlevi samāʿ Beispiele aus der religiösen Praxis unterschiedlicher geographischer Regionen näher beleuchtet.

Trotz dem wechselvollen Umgang mit Musik in den Gotteshäusern, wie Tuba Isik weiter ausführt, habe sich eine reiche Musik- und Gesangskultur entwickelt. Die noch stets andauernde Frage der Statthaftigkeit der Musik habe jedoch dazu beigetragen, dass sich bei den Musikformen die (einstimmige) Vokalität durchgesetzt habe und nur wenige Instrumente eingesetzt wurden.

* Tuba Isik: Musik und Gesang in der islamischen Religionspraxis, in: Wolfgang Müller / Franc Wagner (Hgg.): Musik in den monotheistischen Religionen. Reflexionen zur ästhetischen Funktion sakraler Musik, Text und Normativität 11, Basel: Schwabe Verlag 2024, S. 83–113.