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Adaptive Lehrkompetenz von Lehramtsstudierenden für inklusiven Biologieunterricht

Die rechtsverbindliche Verpflichtung Deutschlands zur Umsetzung eines inklusiven Schulsystems trifft auf einen Bereich der Lehrerbildungsforschung, in dem bisher kaum empirische Befunde vorliegen, die Hinweise auf Professionsmerkmale für inklusiv Lehrende und entsprechend aufzubauender Kompetenzen Lehramtsstudierender in ihren Fächern beschreiben (Moser & Kipf, 2015, S. 29). Die gilt in besonderem Maße für das Fach Biologie (Fränkel, 2019). Um Lehramtsstudierende auf die Herausforderungen inklusiven Unterrichts vorzubereiten, bedarf es einer Erweiterung ihres Professionswissens: Sie müssen befähigt werden, einerseits die Lernvoraussetzungen der Schüler*innen differenziert zu erfassen und andererseits die Unterrichtsgestaltung auf deren individuelle Bedürfnisse abzustimmen. Diese Abstimmungs- und Anpassungsprozesse werden als adaptiv bezeichnet, die zugrundeliegende Kompetenz wird als adaptive Lehrkompetenz (Beck, 2008) postuliert.  Die aktuelle Forschung zu Professionalisierungsprozessen in der Lehrerbildung zeigt zudem, dass neben dem Professionswissen auch affektive und motivationale Merkmale von Lehrenden wichtige Prädiktoren für erfolgreiches Lehren darstellen (Baumert & Kunter, 2006). Dies konnte für Einstellungen und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Lehrenden in der Ausbildungs-und Praxisphase auch in der Umsetzung inklusiver Pädagogik und Bildung, sowohl national (z.B. Feyerer et al., 2014) als auch international (z.B. Griful-Freixenet et al., 2020), in zahlreichen Studien nachgewiesen werden.

Ziel des Projektes ist es, das im Rahmen des Projekts FDQI-HU-MINT entwickelte inklusionsorientierte und allgemeindidaktische Lehrangebot zu Adaptiver Lehrkompetenz, an das Fach Biologie zu adaptieren und eine sinnvolle Verzahnung von biologiedidaktischen und inklusionspädagogischen Prämissen zu entwickeln. Lehramtsstudierende des Masterstudiengangs durchlaufen ein Modul im Rahmen ihrer fachdidaktischen Ausbildung mit dem Ziel, Fähigkeiten und Kompetenzen zur Planung inklusionsorientierten Biologieunterrichts zu entwickeln. Hierbei werden im Prä-Post-Design Daten zu Personenmerkmalen, zur Adaptiven Lehrkompetenz, zu Heterogenitätssensibilität, zu Einstellungen zur Inklusion und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen hinsichtlich der Planung inklusiven Biologieunterrichts erhoben. Im Zentrum des Projektes steht die Frage, inwieweit es gelingen kann, bereits im Studium mit dem Aufbau von Kompetenzen für eine adaptive Unterrichtplanung für inklusiven Unterricht zu beginnen und inwiefern es gelingt, diese Kompetenzen in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Biologiedidaktik bzw. den bereits hier erworbenen Kompetenzen zu bringen. Die Erkenntnisse sollen Eingang in die universitäre Lehre zum Aufbau von Kompetenzen für inklusionsorientierte Planung von Biologieunterricht finden.

 

Weitere Informationen auf der AG-Webseite:

https://www.biologie.hu-berlin.de/de/gruppenseiten/fachdidaktik/mitarbeiter-innen/sima.html