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Abb.: M. Zalewski

Berliner Institut für Islamische Theologie

Dr. Ayşe Almıla Akca

Foto:Matthias Heyde
Leiterin der NWG

 

Sitz: Hannoversche Str. 6, 10115 Berlin

Telefon: +49 (0)30 2093-98065

E-Mail: almila.akca@hu-berlin.de

 

Dr. Ayşe Almıla Akca hat Islamwissenschaft und Politik in Freiburg studiert und war anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einem Projekt zum interreligiösen und kommunalen Dialog von muslimischen Gemeinden in Deutschland tätig. Im Anschluss daran arbeitete sie am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zu muslimischen Kulturen mit. Gefördert durch ein Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung wurde sie 2018 an der Freien Universität Berlin im Fach Islamwissenschaft promoviert. In dieser mit dem DAVO-Dissertationspreis 2019 ausgezeichneten Ethnographie hat sich Akca intensiv mit Formen und Akteur*innen islamisch-religiösen Wissens in Moscheen in Deutschland, den Gender-Aspekten im Gemeindeleben und den innerislamischen Kritiken an islamischen Traditionen beschäftigt (erschienen im transcript Verlag 2020 unter dem Titel "Moscheeleben in Deutschland. Eine Ethnographie zu Islamischem Wissen, Tradition und religiöser Autorität"). In ihrem Habilitationsprojekt widmet sich Akca der theoretischen Fundierung der Praktischen Theologie anhand von verschiedenen Formen religiöser Praxen in Deutschland aus einer praxistheoretischen Perspektive. Seit 2019 leitet sie die Nachwuchsgruppe „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ am Berliner Institut für Islamische Theologie/HU Berlin.

 
Forschungsvorhaben:
Islamische Feiern, umweltethisches Handeln und Soziale Arbeit: Ansätze einer Theologie der Praxis für die Praktische Theologie (Arbeitstitel)

Dieses an der Schnittstelle von Theologie, Ethnographie und Kulturwissenschaften angesiedelte Forschungsvorhaben untersucht Formen, Sinnzuschreibungen und Diskurse in Bezug auf islamisch-religiöse Praxen unter Muslimen und Musliminnen in Deutschland und den diskursiv angebundenen Bezugsländern. Über das Praktizieren der Religion zu einem bestimmten Anlass hinaus werden religiöse Praxen als habituelle, inkorporierte Formen der Religiosität wahrgenommen. Für die Analyse von ausgewählten religiösen Praxen wird eine praxistheoretische Perspektive eingenommen. In dieser Forschung werden zum einen Aspekte der Rituale (Gebete, Koranrezitation, gemeinsames Essen u.w.) sowie die soziale Bedeutung religiös verbriefter Praxen erforscht. Zum anderen werden solche religiösen Praktiken und Praxen in den Fokus gerückt, die bisher nicht bzw. kaum als solche wahrgenommen und erforscht worden sind.

Beispielsweise weisen erste eigene Feldforschungen in Istanbul und Berlin im Monat Ramadan darauf, wie sich der gesellschaftspolitische Kontext auf Orte, Zeiten, karitatives und umweltethisches Handeln, Geselligkeiten und Anrufungen von Autorität auf Ramadan-Praktiken auswirkt als auch die Gesellschaft durch den Ramadan verändert wird. Ausgehend von der Bedeutung, die karitatives und umweltethisches Handeln im sozialen Gefüge darstellen, werden insbesondere diese als Formen religiöser Praxis wahrgenommen und analysiert. Ziel der Forschung ist es, für die sich entwickelnde Disziplin der Praktischen Theologie einen theoriefundierten und empirisch belastbaren analytischen Beitrag zu leisten.