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Berliner Institut für Islamische Theologie

Dr. Aydın Süer

Foto:Matthias Heyde
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Sitz: Hannoversche Str. 6, 10115 Berlin

Telefon: +49 (0)30 2093-98091

E-Mail: aydin.suer@hu-berlin.de

 

Dr. Aydın Süer studierte Soziologie/Sozialwissenschaften an der Universität Trier und der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seinem Abschluss mit einer Arbeit zum Thema Diskursive Konstruktionen von Grenze – Die Türkei als das kulturelle Andere Europas promovierte er an der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS). Seine Dissertation mit dem Titel Diskurse des Niedergangs – Reflexionen über das Eigene und das Fremde in osmanischen und türkischen Reiseberichten ist 2019 im VS Springer Verlag erschienen. Er ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Institut für Islamische Theologie und führt im Rahmen der Nachwuchsgruppe Islamische Theologie im Kontext sein PostDoc-Forschungsprojekt zum Thema Kunst als islamisch-religiöse Praxis durch.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Naika Foroutan leitet Aydın Süer das Forschungsprojekt "Deutscher Islam als Alternative zum Islamismus? Antworten auf islamistische Bedrohungen in muslimischen Verbänden, Gemeinden und Lebenswelten" am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.

 

Forschungsvorhaben:
Kunst als Form islamisch-religiöser Praxis

Dieses Forschungsvorhaben ist ein Versuch, muslimisch-religiöse Ausdrucksformen in den Bereichen Kunst und Kultur mittels eines praxissoziologischen Begriffsinstrumentariums sowohl analytisch zu beschreiben, als auch in Relation zu Praxisformen der Religion insgesamt zu setzen. Während sich vor allem unter jüngeren Muslim*innen in Deutschland ein immer stärkeres Interesse an künstlerischen Aktivitäten und Angeboten beobachten lässt, bleibt dieses Feld in der islamischen Theologie ebenso wie in der Islamforschung nach wie vor weitgehend unbeachtet. Dies ist insofern überraschend, als die Akteur*innen selbst ihre Begegnungen mit den verschiedenen Formen und Gattungen der Kunst bzw. ihre eigene künstlerische Betätigung als ein genuin religiöses Erleben wahrnehmen. Literatur, Musik, Malerei, Theater, Film und Tanz werden somit zu Orten religiöser Sinnproduktion.

Ziel des Vorhabens ist es, aufbauend auf einer praxeologischen Untersuchung muslimisch-religiöser Praktiken in Kunst und Kultur – beides Bereiche, die von der Theologie wie der Religionssoziologie gleichermaßen als außerhalb des Religiösen verortet werden – Transformationsprozesse innerhalb der Praxisformation der Religion umfassend zu beleuchten. Dabei soll versucht werden, die Gefahren und Unzulänglichkeiten eines universalistisch angelegten Religionsbegriffs systematisch zu umgehen und damit auch von einem essentialistischen Verständnis vom Islam als Religion abzurücken.