Das Technische Bild

Lehrveranstaltungen

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2022

 

Digitale Bildzensur. |Dr. Katja Müller-Helle

Aktuell verändern Cancel Culture, Zensurvorwürfe und polarisierte Debatten in den Sozialen Medien die Parameter des öffentlichen Sprechens. Welche Auswirkungen hat diese neue Kultur des Verdachts, Grenzen könnten übertreten, Meinungen nicht gehört oder Debatten abgeschnitten werden auf den praktischen, institutionellen, politischen sowie juristischen Umgang mit Bildern, die Anstößigkeit hervorrufen? Welche (bild-)theoretischen Implikationen werden durch den neuen Umgang mit Artefakten der Bildenden Kunst implizit hervorgebracht und wie reagiert eine Kunst- und Bildgeschichte auf die aktuellen Vorwürfe der Zensur?
In diesem Seminar sollen die historischen und systematischen Grundlagen von Bildzensurpraktiken freigelegt, von der Bücherzensur abgegrenzt und mit der Debatte um neue technische Akteure des Plattformkapitalismus verbunden werden. Auch wenn die Eindämmung anstößiger Bilder seit dem Buchdruck Tradition hat, ist heute eine neue Form der Bildzensur in aller Munde, die die Grenzen der Kunstfreiheit und der freien Meinungsäußerung auf die Probe stellt: In Sozialen Netzwerken werden nicht nur Bilder der Gewalt und Nacktheit durch algorithmische Bilderkennungen und Content Moderator gelöscht; die Kriterien für die Regulierungen bleiben opak und fallen unter die Geheimhaltungsrichtlinien US-amerikanischer Großkonzerne. Gleichzeitig üben sich traditionelle Institutionen wie Museen in Praktiken der Selbstzensur (Bsp. Balthus „Thérèse Dreaming“, Bananenproteste um Natalia LLs „Consumer Art“), um im Zuge der #Metoo-Diskussionen keine Debatten um anstößige Bilder zu provozieren.
Das Seminar fragt anhand von konkreten Fallstudien nach den Diskursen der staatlichen, religiösen und sozio-technischen Zensur in historischer Perspektive. Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft voraus, Lektüren zu den einzelnen Sitzungen durch Lektüreprotokolle vorzubereiten und sich in Gruppenmoderationen und -diskussionen zu engagieren.

  • Literatur: Frimmel, Sandra/Mara Traumane (Hg.) (2018): Kunst vor Gericht. Ästhetische Debatten im Gerichtssaal. Berlin: Matthes & Seitz; Gillespie, Tarleton (2018): Custodians of the Internet. Platforms, Content-Moderation, and the Hidden Decisions That Shape Social Media, New Haven/London: Yale University Press; Müller-Helle, Katja (2019): Noise Bodies. Bildzensur 1967/heute, in: nach dem film, no 17, Frühjahr 2019, abrufbar unter https://nachdemfilm.de/issues/text/noise-bodies-bildzensur-1967heute; Müller-Helle, Katja (2019): Digitale Bildzensur. Zur Einhegung der Kunst in der Digitalmoderne, in: Figuren ästhetischer Fremdbestimmung, Kritische Berichte, 3/2019, S. 56-67; Rauterberg, Hanno (2018): Wie frei ist die Kunst? Der neue Kulturkampf und die Krise des Liberalismus, Berlin: Suhrkamp 2018; Rossbach, Nikola (2022): Zensur in Demokratien. Ein Gespräch, in: Zeitschrift für Ideengeschichte, Heft XVI/1, S. 11-22; Rothöhler, Simon (2018): Informationen, die Bilder haben. Zur Moderierbarkeit von visuellem Content, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft. Heft 19: Faktizitäten, Jg. 10 (2018), Nr. 2, S. 85–94, abrufbar unter: https://mediarep.org/handle/doc/3551.
  • Bemerkungen: Das Seminar findet als Blockveranstaltung an vier Terminen (13.5., 10.6., 1.7., 8.7.2022), jeweils freitags, 12 bis 18 Uhr, in Raum 3.30, Georgenstr. 47, statt.
    Vorbesprechung: Freitag, 22.4.2022, 8.30 bis 10 Uhr, Raum 3.30.
    Die Teilnahme ist auf 30 Personen begrenzt.
  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Fr 12-18 Uhr, aller 4 Wochen, 2 SWS 

Agnes-Nr.: 533644

 

Streifzüge durch Berliner Bewegtbild-Ausstellungen. |Dr. Katja Müller-Helle

Seit den 1990er-Jahren zeigt sich eine unübersehbare Konjunktur von Bewegtbild-Installationen in Kunsträumen. Wie lassen sich raumgreifende Vielfachprojektionen in Abgrenzung oder in Anlehnung an das Kino-Dispositiv oder traditionellere Formen kunsthistorischer Bilder (wie das Tableau Vivant oder das Panorama) beschreiben?
In historischer und systematischer Perspektive bezieht das Seminar zum einen die aktuellen Entwicklungen auf mögliche Vorläufer des Expanded Cinema der 1960er- und 70er-Jahre. Zum anderen werden systematische Fragen zur Differenz von Kino und Museum aufgeworfen: Wie unterscheiden sich die Aufführungsmodi der beiden Schauanordnungen zeitlich und räumlich? Mit welchem Regime von Aufmerksamkeit und Zerstreuung ist die jeweilige ästhetische Erfahrung verbunden? Was bedeuten die unterschiedlichen Aufmerksamkeitsökonomien für die Ausstellungsbesucher:innen?
In Tagesexkursionen legt das Seminar ein besonderes Augenmerk auf die direkte Anschauung in Ausstellungsräumen und ihre Beschreibung und Kommentierung vor Ort. Das Seminar ist eine Kooperation des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität und dem Seminar für Filmwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und wird gemeinsam von Katja Müller-Helle und Friederike Horstmann geleitet.

  • Bemerkungen: Einführungssitzung: Freitag, 22.4.2022, 12 bis 14 Uhr, Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin, Treffpunkt vor dem Haupteingang;

    Ortstermine: 29.4., 20./21.5, 3.6., 17.6., 24.6.2022, jeweils 12 bis 16 Uhr.
    Die Teilnahme ist auf 12 Personen begrenzt.

  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Fr 12-14 Uhr, aller 4 Wochen, 2 SWS 

Agnes-Nr.: 533673

 

Kolloquium für BA, MA |Dr. Katja Müller-Helle

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: Katja Müller-Helle

Erster Termin: Donnerstag, 21.04.2022, 14:00-16:00 Uhr, weitere Termine nach Absprache.

Kolloquium, Do 14-16 Uhr, 2 SWS

Agnes-Nr.: 533689

 

Geschichte und Theorie der Fotografie |Lea Hilsemer, M.A. 

Neben Grundlagen zur Fotogeschichte und den Anfängen fotografischer Praktiken im 19. Jahrhundert, sollen ebenso Grundlagen der Fototheorie im Zentrum dieses Seminars stehen. Dazu werden Grundlagentexte aus der Theoriegeschichte der Fotografie gelesen und gemeinsam diskutiert (bspw. Benjamin, Kracauer, Barthes, Sontag). Schließlich sollen anhand paradigmatischer Beispiele Grundkompetenzen des Umgangs mit technischen Bildern erprobt und eingeübt werden, welche auch auf die Entwicklung einer Fragestellung und das wissenschaftliche Arbeiten anhand von fotografischem Material im Rahmen einer Hausarbeit vorbereiten.

  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Di 10-12 Uhr,  2 SWS 
Agnes-Nr.: 533614

 

Wintersemester 2021/2022

Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona-Virus wurde das Lehrangebot der digitalen Lehre angepasst.

Bitte besuchen Sie regelmäßig die Webseite der Fakultät bzw. des Instituts und AGNES.

 

Digitale Bildkulturen. Lektürekurs |Dr. Katja Müller-Helle

Aktuell werden Stimmen laut, die eine Entnetzung, ein Unplugging oder gar einen kompletten Rückzug aus den Sozialen Medien fordern. Lange hielten sich die Utopien der Vernetzung, die von den neuen Akteuren des Plattformkapitalismus seit den 1970er in unsere sozialen Strukturen implementiert wurden und damit das Design unserer Kommunikation umgestalteten: Ständige Erreichbarkeit via Smartphone, Up-to-date-Statusaktualisierungen und Bilder-Sharing waren noch vor kurzem die Ideale einer maximal vernetzten Welt. Eine leichte Skepsis hat sich nun eingeschlichen im Zuge einer größeren Transparenz über die internen Strukturen, Zensurmechanismen und Manipulationen, welche die Sozialen Medien und Sharing-Plattformen durchziehen.

Auch digitale Bilder sind in diese technischen Infrastrukturen eingelassen, werden in ihnen geteilt, geshared, geliked und geblockt. Diesen neuen digitalen Bildphänomenen widmet sich die Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ (Wagenbach Verlag, hrsg. v. Wolfgang Ullrich und Annekathrin Kohout) mit Themen wie Netzfeminismus, Bildproteste oder Gesichtserkennung. Die bunten, schmalen Bändchen widmen sich jeweils einem Netzphänomen und werden strukturgebend für unser Seminar sein: In einem zweiwöchentlichen Lektürerhythmus widmen wir uns in einer Doppelsitzung jeweils einem Thema (Netzfeminismus, Selfie, Bildproteste, Bodybuilding, Modebilder, Gesichtserkennung etc.) und lesen zusätzlich methodisch-thematische Vertiefungstexte. Der Lektürekurs setzt die Bereitschaft voraus, dass Sie die Lektüre gewissenhaft vorbereiten, vor der Sitzung Lektüreprotokolle abgeben und eine Präsentation/Moderation übernehmen.

Hinweis: Die ersten Bände der Reihe „Digitale Bildkulturen“ sind über die Bundeszentrale für politische Bildung in einem Sammelband für ca. 7 Euro erhältlich.

  • Literatur: Sebastian Gießmann: Die Verbundenheit der Dinge. Eine Kulturgeschichte der Netze und Netzwerke. Berlin: Kadmos 2016; Urs Stäheli: Soziologie der Entnetzung. Berlin: Suhrkamp 2021; Wolfgang Ullrich/Annekathrin Kohout: Digitale Bildkulturen. Berlin: Wagenbach Verlag (fortlaufende Reihe); Joseph Vogl: Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart. München C.H.Beck 2021.
    Youtube-Kanal „Digitale Bildkulturen“ mit aktuellen Vorträgen: https://www.youtube.com/channel/UCbSkTuMndtg41vZn3gpV9Sg
  • Bemerkungen: Kombination aus synchronen und asynchronen Anteilen
  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Fr 14-18 Uhr, 14tgl., 2 SWS 

Agnes-Nr.: 533643

 

Teil II: Von vor der Wende bis nach der Wiedervereinigung. Private Fotografie in Ostdeutschland 1980-2000 |Dr. Katja Müller-Helle

In der Rückschau stellt sich das Ende der DDR als eine Zäsur dar, die die Geschäftsgrundlage einer ganzen Gesellschaft verändert. Die Untersuchung von Zeugnissen auf einer mikrohistorischen Ebene ergibt jedoch einen weit heterogeneren Befund: Zwar griffen D-Mark, Privatisierungen und nun zugängliche westliche Warenwelt tief in den Alltag einer großen Mehrheit von Menschen ein. Doch daneben gibt es Bereiche, in denen sich das Leben von den historischen Ereignissen unberührt fortzusetzen scheint.

An dieser Stelle setzt ein Forschungsprojekt ein, das derzeit von den Reinbeckhallen in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum betrieben wird. Mit Hilfe von öffentlichen Aufrufen werden seit Juni 2020 Privatpersonen eingeladen, ihre Alben und anderen Fotografien zu zeigen und darüber zu erzählen; die Gespräche werden mit einer Overhead-Kamera aufgenommen und die Alben teilweise gescannt. Bisher wurden ca. 50 solcher Gespräche geführt und mit einer Overheadvideokamera aufgezeichnet. Das Recherche- und Sammlungsprojekt soll 2021 fortgesetzt werden, und für das Ende des Jahres ist eine Ausstellung in den Reinbeckhallen geplant.

Gemeinsam mit den Studierenden sollen Albensichtungen vorgenommen und Formate für die Ausstellung privater Fotografien erarbeitet werden. Leitende Fragen für die Ausstellungsvorbereitung sind: Wie lässt sich ein solch heterogenes Material für eine Ausstellung aufbereiten, wenn es meist anonym und ohne gesicherten Kontext und überdies in seiner Bildlichkeit oft repetitiv ist? Wie können die Interviews und Objekte (Alben ebenso wie Bilder) in eine Ausstellung eingebunden werden? Wie lässt sich in einer solchen Ausstellung Vermittlungsarbeit anlegen, die über den Modus einer bloß belehrenden Erklärung hinausgeht?

Weitere Informationen zum Projekt auf der Webseite: https://stiftung-reinbeckhallen.de/privatefotografie/

  • Literatur: Batchen, Geoffrey. „SNAPSHOTS: Art History and the Ethnographic Turn“. Photographies 1, Nr. 2 (September 2008): 121–42. https://doi.org/10.1080/17540760802284398; Bourdieu, Pierre, Robert Castel, Luc Boltanski, und Jean-Claude Chamboredon. Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt a.M.: Europäische Verlagsanstalt, 1981; Linda Conze, Ulrich Prehn und Michael Wildt: Sitzen, baden, durch die Straßen laufen. Überlegungen zu fotografischen Repräsentationen von „Alltäglichem“ und „Unalltäglichem“ im Nationalsozialismus, in: Fotografien im 20. Jahrhundert. Verbreitung und Vermittlung, hrsg. v. Annelie Ramsbrock, Annette Vowinckel und Malte Zierenberg, Berlin: Wallstein Verlag 2013, S. 270-298.; König, Anne, Elske Rosenfeld, Han Wenzel und Andreas Rost: Das Jahr 1990 freilegen, Leipzig: Spector Books 2019.; Starl, Timm, Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980. München: Koehler & Amelang, 1995.
  • Bemerkungen: Wichtiger Hinweis: Diese Veranstaltung ist die Fortsetzung einer Exkursion aus dem SoSe 2021, in der eine Ausstellung zur Privatfotogarfie in Ostdeutschland in den Reinbeckhallen erarbeitet wird (Eröffnung November 2021) . Wenn Sie im WiSe 2021/22 neu einsteigen, müssten Sie sich auf die schon in Kleingruppen erarbeiteten Strukturen einlassen. Das Seminar wird gemeinsam mit dem Kurator der Ausstellung Dr. Friedrich Tietjen (Leipzig) durchgeführt.

    Max. Teilnehmer: 15 Teilnehmer*innen;

  • Termine: 23. Oktober, 10:00s.t.-16:00 Uhr: Einführender Blockseminar-Termin in den Reinbeckhallen, weitere Termine werden danach bekannt gegeben;
    Format: überwiegend synchron (digital mit Präsenzanteilen außerhalb der HU).

  • Prüfung: Exkursionsbericht

Exkursion, 2 SWS, 1. Termin 23.10. 

Agnes-Nr.: 533663

 

Kolloquium für BA, MA |Dr. Katja Müller-Helle

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: Katja Müller-Helle

Erster Termin: Donnerstag, 21.10.2021, 14:00-16:00 Uhr, weitere Termine nach Absprache.

Kolloquium, Do 14-16 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533689

 

Berliner Pressefotografie in der Weimarer Republik |Lea Hilsemer, M.A. und Paul Brakmann, M.A.

Die politischen und kulturellen Umbrüche, die Deutschland in der Zeit zwischen 1919 und 1933 erlebte, waren begleitet von tiefgreifenden Veränderungen der Medienlandschaft, die dieses Geschehen reflektierte. Nicht zuletzt durch Neuerungen auf dem Gebiet der Kamera- und Drucktechnik entwickelte sich die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zur Blütezeit der fotografisch illustrierten Presse. Berlin war dabei zugleich Hauptspielort des politischen Geschehens und Zentrum des bildjournalistischen Pressewesens. Hier herausgegebene Zeitschriften wie die Berliner Illustrirte Zeitung und die Arbeiter Illustrierte Zeitung erreichten Auflagen in Millionenhöhe. Nicht nur innerhalb der bürgerlichen, auch für die proletarische Öffentlichkeit wurde die gedruckte Fotografie zum ausschlaggebenden Medium visueller Massenkommunikation. In diesem Kontext etablierte sich eine neue Bildsprache, die im Rahmen der Bildreportage Fotografie und Text oft ästhetisch ambitioniert zu erzählerischen Gefügen montierte.

Im Blockseminar widmen wir uns Infrastrukturen, Diskursen und Ästhetik des Bildjournalismus in der Weimarer Republik und nehmen dabei die Arbeit exemplarischer Berliner Pressefotografen in den Blick. Anhand von illustrierten Zeitschriften der 1920er und 30er Jahre untersuchen wir Form und Funktion der Fotografien in ihrem Publikationskontext und verfolgen ihren Weg durch unterschiedliche Medialitäten, indem wir vergleichend Originalabzüge und Negative hinzuziehen.

  • Bemerkung: Bestandteile des Seminars sind Lektüre und Vorbereitung im Selbststudium, sowie zwei Tage mit gemeinsamer Diskussion am 8. und 9. März 2022. Anschließend widmen wir uns im Depot der Fotografischen Sammlungen der Kunstbibliothek einzelnen bildjournalistischen Positionen, darunter der Arbeit von Willi Römer und Willy Ruge. Dieser Termin wird in Abstimmung mit der Sammlung noch festzulegen sein. Wir beginnen mit einer Auftaktsitzung am 19.10.21 um 18 Uhr c.t. 
  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, 2 SWS, 1. Termin 19.10.2021 18.00 Uhr c.t. 
Agnes-Nr.: 533634

 

Die Farben der Fotografie | Paul Brakmann, M.A.

„Die Ästhetik der Farbfotografie ist bis heute noch nicht ‚durchdacht‘ worden“, stellt Michel Frizot Mitte der 1990er-Jahre in seiner „Neuen Geschichte der Fotografie“ fest. Auch fünfundzwanzig Jahre nach dieser Diagnose hat sich daran nicht viel geändert. Das Gros der Publikationen zur Geschichte der Fotografie in Farbe widmet sich seinem Gegenstand aus technikgeschichtlicher Warte oder nimmt monographisch einzelne Fotograf*innen in den Blick. Weitgehend offen bleibt dabei aber nicht nur der systematische Blick auf die formalen Dimensionen farbfotografischer Praxis, sondern auch ihre Einbettung in sozial- und wissensgeschichtliche sowie politische Kontexte.

Diesen Fragen wollen wir uns im Seminar im Dialog mit der bestehenden Forschung stellen. Ausgehend von der unbunten Farbigkeit der Schwarzweiß-Fotografie widmen wir uns unterschiedlichen Perspektiven einer Fotografie in ‚natürlichen‘ Farben. Von ihrer Rolle in wahrnehmungspsychologischen Versuchsanordnungen des 19. Jahrhunderts spannen wir dabei den Bogen bis zur Instrumentalisierung des buntfarbigen Reizes in Werbung und Propaganda – aber auch die konfliktreiche Stellung der Farbe auf dem Feld der künstlerischen Fotografie wird zu thematisieren sein. So führt das Seminar in die Geschichte der Farbfotografie ein, die immer auch eine Geschichte der Wahrnehmung, unterschiedlicher sozialer Gebrauchsweisen des fotografischen Bildes und divergierender Deutungen seiner Medialität ist.

  • Bemerkung: Format: synchron
  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar,Mi 16-18 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533633

 

 

Vergangene Lehrveranstaltungen

Vergangene Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2021

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Was ist Kritik? Geschichte, Theorie und Praxis der Einmischung |Dr. Katja Müller-Helle

In seinen Keywords befürchtete der britische Kulturtheoretiker Raymond Williams im Jahr 1976, dass die Praxis der Kritik längst zur „Krittelei“ verkommen sei. Ein Vorwurf, den sich insbesondere die moderne Kunstkritik gefallen lassen musste, der bis heute Kriterienlosigkeit bei ihrer Urteilsfindung vorgeworfen wird. Um der Krittelei-Gefahr zu entgehen, schlug Raymond Williams eine andere Sichtweise auf Kritik vor: „Was immer verstanden werden muss“, schreibt er, „ist die Besonderheit derjenigen Erwiderung, die kein Urteil, sondern eine Praxis ist.“ Die Frage nach der Praxis der Kritik aufnehmend, fragte Michel Foucault 1978 in seinem Vortrag „Qu‘est-ce que la critique?“ nach den Voraussetzungen und der geschichtlichen Herkunft von Kritik im Nachklang der Aufklärung. Judith Butler führte diese Problematik in einer Antwort auf Foucault im Jahr 2000 in Bezug auf institutionalisierte Praktiken, Diskurse und Episteme fort.
War man sich bis vor kurzem noch sicher, dass die Speerspitze kritischer Impulse seit den 1960er Jahren aus einem linkspolitischen Milieu kam, sind die Zuordnungen derzeit in Verwirrung geraten: In einer Zeit, in der Politiker der AfD für sich in Anspruch nehmen, die Avantgarde des gesellschaftlichen Werteumbruchs zu sein, muss auch die Vorgeschichte der kritischen Instanzen und Milieus unserer Gesellschaft neu befragt werden.
„Was ist Kritik? 12“ ist demnach keine pragmatisch zu beantwortende Frage, sondern ein Angebot, in die Debattenkultur, die Geschichte, die Theorie und die Praxis von kritischer Intervention in den Feldern der Kunst-, und Literaturkritik einzusteigen und diese zu historisieren. In drei Schwerpunktfeldern werden Themen zur Geschichte, Theorie und Praxis der Kritik erarbeitet sowie Formate der Kritik (Rezension, Kommentar) im eigenen Schreiben eingeübt.

  • Literatur: Diderot, Denis (1775): Salon von 1775, in: Denis Diderot, Ästhetische Schriften, hrsg. v. Friedrich Bassenge, Berlin: Verlag Westberlin 1984, S. 545-563; Greenberg, Clement (1967), Neuerdings die Skulptur, in: Clement Greenberg. Die Essenz der Moderne. Ausgewählte Essays und Kritiken, hrsg. v. Karlheinz Lüdeking, Amsterdam: Verlag der Kunst 1997, S. 362-371; Lehmann, Harry (Hg.) (2012): Autonome Kunstkritik. Berlin: Kadmos; Jaeggi, Rahel und Tilo Wesche (Hg.) (2009): Was ist Kritik?, Frankfurt: Suhrkamp; Rule, Alix und David Levine (2013): International Art English. Zur Karriere der Pressemitteilung in der Kunstwelt, in: Merkur, Heft 6, S. 516-527; Voss, Julia (2015), Hinter weißen Wänden. Berlin: Merve Verlag.
  • Bemerkung: Mischung aus synchronen und asynchronen Formaten.

Die synchronen Sitzungen finden ab dem 15.4., 12-14 Uhr, donnerstags, statt. Die konkreten Termine werden über den Moodle-Kurs bekannt gegeben.

  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Do 12-14 Uhr, 2 SWS 
Agnes-Nr.: 533643

 

Von vor der Wende bis nach der Wiedervereinigung. Private Fotografie in Ostdeutschland 1980-2000 |Dr. Katja Müller-Helle

In der Rückschau stellt sich das Ende der DDR als eine Zäsur dar, die die Geschäftsgrundlage einer ganzen Gesellschaft verändert. Die Untersuchung von Zeugnissen auf einer mikrohistorischen Ebene ergibt jedoch einen weit heterogeneren Befund: Zwar griffen D-Mark, Privatisierungen und nun zugängliche westliche Warenwelt tief in den Alltag einer großen Mehrheit von Menschen ein. Doch daneben gibt es Bereiche, in denen sich das Leben von den historischen Ereignissen unberührt fortzusetzen scheint.
An dieser Stelle setzt ein Forschungsprojekt ein, das derzeit von den Reinbeckhallen in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum betrieben wird. Mit Hilfe von öffentlichen Aufrufen werden seit Juni 2020 Privatpersonen eingeladen, ihre Alben und anderen Fotografien zu zeigen und darüber zu erzählen; die Gespräche werden mit einer Overhead-Kamera aufgenommen und die Alben teilweise gescannt. Bisher wurden ca. 50 solcher Gespräche geführt und mit einer Overheadvideokamera aufgezeichnet. Das Recherche- und Sammlungsprojekt soll 2021 fortgesetzt werden, und für das Ende des Jahres ist eine Ausstellung in den Reinbeckhallen geplant.
Gemeinsam mit den Studierenden sollen Albensichtungen vorgenommen und Formate für die Ausstellung privater Fotografien erarbeitet werden. Leitende Fragen für die Ausstellungsvorbereitung sind: Wie lässt sich ein solch heterogenes Material für eine Ausstellung aufbereiten, wenn es meist anonym und ohne gesicherten Kontext und überdies in seiner Bildlichkeit oft repetitiv ist? Wie können die Interviews und Objekte (Alben ebenso wie Bilder) in eine Ausstellung eingebunden werden? Wie lässt sich in einer solchen Ausstellung Vermittlungsarbeit anlegen, die über den Modus einer bloß belehrenden Erklärung hinausgeht?
Die Exkursion wird gemeinsam mit dem Kurator der Ausstellung Dr. Friedrich Tietjen (Leipzig) durchgeführt (siehe auch Praxisorientierte Lehrveranstaltung "Private Fotografie als Praxis und als Ausstellungsobjekt" LV-Nr. 533664.)

  • Literatur: Linda Conze, Ulrich Prehn und Michael Wildt: Sitzen, baden, durch die Straßen laufen. Überlegungen zu fotografischen Repräsentationen von „Alltäglichem“ und „Unalltäglichem“ im Nationalsozialismus, in: Fotografien im 20. Jahrhundert. Verbreitung und Vermittlung, hrsg. v. Annelie Ramsbrock, Annette Vowinckel und Malte Zierenberg, Berlin: Wallstein Verlag 2013, S. 270-298; Anne König, Elske Rosenfeld, Han Wenzel und Andreas Rost: Das Jahr 1990 freilegen, Leipzig: Spector Books 2019.
  • Bemerkung: Kombination synchroner und asynchroner Formate.

Die Teilnahme ist auf 15 Personen begrenzt.
Termine: 17.4., 10:00s.t.-15:00; 8.5., 10:00s.t.-18:00 Uhr; 12.6., 10:00s.t.-18:00; 10.7. 10:00s.t.-18:00.

  • Prüfung: Exkursionsbericht

Exkursion, 2 SWS, 1. Termin: 17.4.2021
Agnes-Nr.: 533655

 

Kolloquium für BA, MA |Dr. Katja Müller-Helle

Mischung aus synchronen und asynchronen Formaten, Anmeldung per E-Mail an: Katja Müller-Helle

Kolloquium, Do 14-16 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533679

 

Mythos Leica |Lea Hilsemer, M.A.

Wie kaum eine andere Kamera ist ‚die Leica‘ zum Mythos geworden. Zwar war die Leica I nicht die erste 35 mm Kamera, zum Zeitpunkt ihres Erscheinens auf dem Markt im Jahr 1925 trafen ihre fotografischen Möglichkeiten von Schnelligkeit und Spontanität jedoch in besonderer Weise den Zeitgeist einer beschleunigten Moderne.
Mit den Vorgängern der Kleinbildkameras, schweren und unhandlichen Plattenkameras, bedeutete Fotografieren häufig eher ein Inszenieren von Realität im Sinne sorgsam komponierter Gruppenfotos oder Fotografien zeigten bevorzugt unbewegte Objekte. Die Erfindung einer handlichen Kamera im Manteltaschenformat mit einem Hochleistungsobjektiv, leiser Mechanik und kurzer Verschlusszeit ermöglichte plötzlich ganz neue Einsatzmöglichkeiten, Motive und Perspektiven. Dank ihrer Erschwinglichkeit, einfacher Bedienung und der Möglichkeit seriellen Fotografierens durch die Verwendung von Filmrollen wurde die Leica nicht nur von namhaften Akteur*innen des Fotojournalismus, Künstler*innen und Modefotograf*innen begeistert aufgenommen, sondern auch von Hobbyfotograf*innen.
Ausgehend vom Kameramodell der Leica I soll im Seminar dieser Paradigmenwechsel in der Fotogeschichte in den Blick genommen werden. Denn die Geschichte der Fotografie ist immer auch die Geschichte von Technologien und damit eine Geschichte der Kamera(s) und deren Entwicklung und Gebrauch.
Im Rahmen des Seminars wollen wir uns anhand einzelner Vertreter*innen und teils ikonisch gewordener Bildbeispiele unterschiedlichen thematischen Kapiteln der Leica-Fotografie zuwenden wie dem Fotojournalismus, der Amateurfotografie, künstlerischen Strömungen wie dem ‚Neue Sehen‘, Streetphotography oder Modefotografie.

  • Bemerkung: Format: Synchrone Seminarsitzungen via Zoom (14-tägig) im Wechsel mit asynchronen Lektürediskussionen in Kleingruppen 
  • Prüfung: Hausarbeit

Seminar, Di 10-12 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.  553634

 

Fotografie im 19. Jahrhundert - Eine Einführung | Paul Brakmann, M.A.

Im Sinne einer Funktionsgeschichte nimmt das Proseminar die Verflechtung fotografischer Aufzeichnung, Vervielfältigung und Sichtbarmachung in soziale, ideengeschichtliche und ästhetische Wandlungsprozesse des 19. Jahrhunderts in den Blick. Der Überblick schließt das bürgerliche Atelierporträt genauso ein wie Bilder der Kriminalistik und umfasst Debatten um die Kunstwürde der Fotografie ebenso wie ihren Gebrauch als Instrument in wissenschaftlichen Versuchsanordnungen. Entlang dieser und weiterer Beispiele fächern wir Diskurse, Felder und Techniken fotografischer Bildproduktion auf, befragen ihre theoretische Reflexion und diskutieren unterschiedliche methodische Zugänge der Fotografiegeschichte.

  • Bemerkung: Format: synchron
  • Prüfung: Hausarbeit

Proseminar, Di 16-18 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533611


Wintersemester 2020/21

Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona-Virus wurde das Lehrangebot der digitalen Lehre angepasst.

Bitte besuchen Sie regelmäßig die Webseite der Fakultät bzw. des Instituts und AGNES.

 

Einführung in die Geschichte und Theorie der Fotografie |Dr. Katja Müller-Helle

"Den Spiegel mit Gedächtnis", so sagte der Fotograf Minor White einmal über die fotografische Praxis, solle man behandeln, „als wäre die Kamera eine metamorphotische Maschine und die Fotografie eine Metapher.“ Die fotografische Praxis hat seit ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder solch eine Kraft zur Transformation der Wirklichkeit versprochen. Sie könne die Schrift der Natur aufzeichnen (Talbot), tradierte Perspektiven über die Welt aufbrechen (Kracauer) oder eine Bilderflut ungeahnten Ausmaßes in Gang setzen (Sontag).
Diese „Einführung in die Geschichte und Theorie der Fotografie“ möchte im ersten Schritt die Anfänge fotografischer Praktiken im 19. Jahrhundert in naturwissenschaftlichen Experimentalsystemen erarbeiten, indem die verschiedenen „Ursprungszenen“ des sich scheinbar automatisch aufzeichnenden Bildes rekonstruiert werden. Im zweiten Schritt sollen anhand paradigmatischer Beispiele Grundkompetenzen des Umgangs mit technischen Bildern eingeübt werden. Im dritten Schritt werden Grundlagentexte aus der Theoriegeschichte der Fotografie gelesen (bspw. Barthes, Sekula, Sontag), exzerpiert und vorgestellt, mit denen wir uns gemeinsam im Seminar erschließen, was die Fotografie im Verlauf ihrer historischen Verortungen einmal gewesen ist.

Literatur: Geoffrey Batchen, Burning with Desire: The Conception of Photograpy, Cambridge, MA 1997; Peter Geimer, Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen, Berlin 2010; Allan Sekula, The Body and the Archive, in: October, Vol 39, Winter, 1986, S. 3-64; Susan Sontag, On Photography, New York 1977.

Bemerkung: Die Teilnahme an der Lehrveranstaltung ist auf 30 Personen begrenzt. Die Lehrveranstaltung wird größtenteils digital   durchgeführt. Für die zweite Sitzung ist eine Präsenzveranstaltung (plus Live-Übertragung) geplant, wenn dies der Verlauf der Pandemie zulässt. Nähere Informationen zur Durchführung und zum Ort folgen.

Bitte melden Sie sich über AGNES zur ersten Sitzung des Proseminars an. Über AGNES erhalten Sie die Zugangsdaten zur Videokonferenz. Eine verbindliche Anmeldung zur Lehrveranstaltung erfolgt bis zur zweiten Sitzung durch Einschreibung in den Moodle-Kurs und Übernahme einer Seminarleistung. Die Zugangsdaten für den Moodle-Kurs erhalten Sie von der/dem Lehrenden in der ersten Sitzung.
Prüfungsform: Klausur
Mischung aus synchronen und asynchronen Formaten

Proseminar, Do 12-14 Uhr, 2 SWS, 1. Sitzung: 5.11.2020
Agnes-Nr.: 533615

Kolloquium für BA und MA |Dr. Katja Müller-Helle

Digitales Lehrangebot
Anmeldungen per Mail an Katja Müller-Helle.

Kolloquium, Do 14-16 Uhr, 2 SWS, 1. Sitzung: 5.11.2020
Agnes-Nr.: 533689

 

Visualität interdisziplinär: Ein unmögliches Lehrbuch? | Paul Brakmann, M.A.

Als "impossible textbook" führt das Anfang diesen Jahres erschienene Buch "Visual Worlds: Looking, Images, Visual Disciplines" von James Elkins und Erna Fiorentini in Begriffe und Schauplätze des Visuellen quer durch die Disziplinen ein. Im Seminar folgen wir einem Pfad durch das Buch und diskutieren in vergleichender Perspektive Konzepte der Visualität, Modalitäten des Sehens und Praktiken des Bildgebrauchs vornehmlich in Bereichen abseits der Kunst. Indem wir unterschiedlichste Felder in den Blick nehmen, in denen Sehen und Sichtbares verhandelt werden - von kulturwissenschaftlichen Blicktheorien über die Betrachtung des Sonnenuntergangs bis hin zu militärischer Bildtechnologie - befragen wir auch den eigenen Standpunkt einer kunsthistorisch argumentierenden Bildwissenschaft. Gleichzeitig nehmen wir das experimentelle Format und die methodologischen Prämissen des Buches selbst in den Blick und kommen darüber gemeinsam mit einem Partnerseminar am KIT und den beiden AutorInnen ins Gespräch.

Literatur: James Elkins, Erna Fiorentini, Visual Worlds: Looking, Images, Visual Disciplines. New York: Oxford University Press, 2020.

Prüfungsform: Hausarbeit
Format: synchron

Seminar, Di 16-18 Uhr, 2 SWS, 1. Sitzung: 3.11.2020
Agnes-Nr.: 533635

 

Das Smartphone als Kamera |Lea Hilsemer, M.A.

Glaubt man den Hochrechnungen der Foto-App Mylio, so wird die Menschheit im Jahr 2020 mehr als 1,4 Billionen Fotos aufnehmen. Rund 91% stammen von kamerafähigen Smartphones, welche damit zentrale Akteure der visuellen Kultur sind. Die Auseinandersetzung im Seminar nimmt das Fotografieren mittels Smarthone in Zusammenhang mit unterschiedlichen kunstbezogenen Themenschwerpunkten in den Blick und berührt dabei soziale, mediale und künstlerische Gebrauchsweisen: Smartphone-Fotografie als Amateurfotografie 4.0, künstlerische Strategien im Umgang mit Smartphone-Fotos, die Rolle von Smartphones bei der Rezeption von Ausstellungen (Ausstellungsdipositive, die die Verwendung digitaler Devices intendieren; die Rolle von User Generated Content für ausstellende Institutionen; die weitere Verwendung von Ausstellungsfotos durch Kunstexperten und Laien; …), sowie den Wandel visueller Kommunikation durch Kuration und Zirkulation der entstehenden ‚verteilten Bilder‘ im Netz.

Prüfungsform: Hausarbeit
Lektüre und Bearbeitung von Lektüreaufgaben im Selbststudium (asynchron); (synchone) Lektürediskussionen via Zoom in 14-tägigem Rhythmus

Seminar. Di 10-12 Uhr, 2 SWS, 1. Sitzung: 3.11.2020
Agnes-Nr.: 533637

Sommersemester 2020

Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona-Virus wurde das Lehrangebot der digitalen Lehre angepasst.

Bitte besuchen Sie regelmäßig die Webseite der Fakultät bzw. des Instituts und AGNES.


Technische Bilder - Eine Einführung |Dr. Katja Müller-Helle
In seinem Kunstwerkaufsatz von 1936 hat der Kulturtheoretiker Walter Benjamin die neuen Qualitäten technischer Bilder als Revolution in der Bildgeschichte beschrieben. Vergrößerung, Zeitlupe oder Vervielfältigungen waren für ihn nicht nur Eigenschaften, die die technische Reproduzierbarkeit neuer Medien von Fotografie und Film grundierten. Die viel entscheidendere Neuerung lag für Benjamin darin, dass durch die technische Reproduktion die Tradition der Kunstgeschichtsschreibung unter Druck geriet: Kameras und Filmtechnik schufen nicht nur neue Bilder; die technische Reproduzierbarkeit wirke, so Benjamin, auch „auf die Kunst in ihrer überkommenen Gestalt zurück“.
In dieser zweifachen Bestimmung der sozialen Wirksamkeit technischer Bilder soll im Seminar in die Geschichte und Theorie technischer Bildmedien eingeführt werden. Sowohl die Grundlagentexte zu technischen und operationalen Bildern (Benjamin, Flusser, Latour, Haraway) werden erarbeitet, als auch paradigmatische Beispiele aus der Fotografie-, Film-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, ihre Rückwirkung auf die traditionelle Kunstgeschichte und neuere Beispiele aus der KI-Forschung.

Literatur: Benjamin, Walter, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzier-barkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie, Frankfurt/Main 1966 [1936]; Flusser, Vilém, Ins Universum der technischen Bilder, Göttingen: European Photography 1990 [1984]; Haraway, Donna, A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century, in: Dies., Simians, Cyborgs and Women: The Reinvention of Nature, New York 1991, S. 149-181; Pantenburg, Volker, Working Images: Harun Farocki and the operational image, in: Jens Eder und Charlotte Klonk (Hgg.), Image Operations. Visual Media and Political Conflict, Manchester 2017.
Prüfungsform: Hausarbeit.
Digitales Lehrangebot als asynchrones Onlineformat. Erste  Online-Sitzung über Zoom: 07.05.2020 um 14:15.

Proseminar, Do 14-16 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533615

 

Filmische Streifzüge durchs Museum |Dr. Katja Müller-Helle
Seit Entstehung der ersten öffentlichen Sammlungen hat es diverse Debatten über Gestaltung, Aufgabe und politische Relevanz des Kunstmuseums gegeben. “To give the people an ennobling enjoyment,” so lautet noch heute der Auftrag der Londoner National Gallery. Schon als die Galerie Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, stand nicht etwa wie in Berlin der wissenschaftlich-systematische Aspekt einer damals beginnenden Kunstwissenschaft im Vordergrund, sondern ein sozialer Gesichtspunkt: dass alle Menschen Zugang zu den einzigartigen Gemälden finden. Dieser Zugang wurde in den letzten zwei Jahrhunderten nicht nur ‚vor Ort‘ gewährleistet, sondern durch mediale und technische Bildmedien strukturiert, narrativiert und montiert. So zeigen sich in der nun mehr 125-jährigen Geschichte des Films ganz eigene Zugänge und Blicke auf das Museum, die museale Traditionen und Konventionen skeptisch beäugen und die Institution, ihre Selbstdarstellung und Kommodifizierung von Kunstwerken kritisieren. Diese Lehrveranstaltung fokussiert die Beziehungsgeschichte von Film und Museum anhand von konkreten Lektüren und Filmen (Bsp. Seidl, Bilder einer Ausstellung [1996]; Fraser, Little Frank and his Carp [2001]; Wiseman, National Gallery [2014]). Bei der Betrachtung der Filme scheint ein bifokaler Blick sinnvoll: Einerseits auf das Museum als ausgewiesenen Ort des Sammelns, Ausstellens und Vermittelns, andererseits auf den Film, der – indem er das Museum in den Blick nimmt – bestimmte Darstellungsformen etabliert, verborgene Strukturen freilegt oder die Institution als Bühne entlarvt. Die Lehrveranstaltung ist eine Kooperation des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität und dem Seminar für Filmwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin.
Termine Online-Sitzungen: Fr 12-16: Erste Online-Sitzung über Zoom: 15.5. um 12:00, weitere Sitzungen: 29.5., 12.6., 26.6., 10.7.2020
Teilnahmebegrenzung: 12 Teilnehmer*innen der HU und 12 Teilnehmer*innen der FU
Digitales Lehrangebot als asynchrones Onlineformat.

Praxisorientierte Lehrveranstaltung, 2 SWS
Agnes-Nr.: 5336741

 

Kolloquium für BA und MA |Dr. Katja Müller-Helle
Digitales Lehrangebot als asynchrones Onlineformat, Anmeldung per mail: katja.mueller-helle@hu-berlin.de.
Erste Online-Sitzung über Zoom: 30.4.2020 um 16:00.

Kolloquium, Do 16-18 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533688

 

Paradigmen der Kunstbetrachtung |Lea Hilsemer, M.A.
Das Verständnis von Kunstrezeption hat verschiedene Konjunkturen durchlaufen: von der Entdeckung über die Erziehung bis hin zur propagierten Ermächtigung der Kunstbetrachter*innen. Die Kunstrezipierenden wurden dabei als ehrfürchtig Erstarrte, hofierte Konsument*innen oder (heraus)geforderte Prosument*innen gedacht.
In diesem Seminar soll es darum gehen, welche Paradigmen der Kunstbetrachtung in den letzten Jahrzehnten vorherrschend waren und welche davon noch immer wirkmächtig sind. Was prägt unsere Vorstellung davon, wie man sich als Ausstellungsbesucher*in einem Kunstwerk gegenüber zu verhalten hat? Welche (teils normativen) Implikationen werden dabei im Subtext mittransportiert, vor welchem Hintergrund haben sich diese herausgebildet und werden sie immer wieder neu verhandelt?
In den Sitzungen des Seminars sollen diese Fragen vor dem Hintergrund der Lektüre und Diskussion von Texten zu paradigmatischen Konzepten der Kunstrezeption (wie Kontemplation, Partizipation, Distinktion, ...) gemeinsam erörtert werden.
Schließlich soll – auch im Rahmen der abschließenden Seminararbeit – der Blick scharf gestellt werden auf exemplarische Äußerungen und Praktiken von Kunstbetrachter*innen, Akteur*innen des Kunstbetriebs oder auf populärkulturelle Phänomene. Zentral ist dabei die Frage, inwiefern diese Beispiele als manifestierte Vorstellungen idealer Kunstbetrachtung gelesen werden können und welche historischen und rezenten Paradigmen dahinter stehen.
Prüfungsform: Hausarbeit
Textseminar im Wechsel von synchronen Input-Formaten und asynchronen Textdiskussionen in Kleingruppen (via zoom)
Vorbereitung: selbständige Textlektüre anhand von Leitfragen, Nachbereitung: Diskussions-Protokolle, digitales Lehrangebot

Seminar, Di 12-14 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533634

 

Vorgeschichten der Fotografie |Paul Brakmann, M.A.
Bis auf das sechzehnte Jahrhundert datiert der Physiker Dominique François Arago die Kenntnis von optischen und chemischen Voraussetzungen der Daguerreotypie zurück, als er sie 1839 der Académie des Sciences vorstellt. Bereits im Moment ihrer Übergabe an die Öffentlichkeit ist Fotografie so mit einem historischen Vorraum ausgestattet. Er gehört ihr an, doch ist sie in ihm nicht anwesend. Immer wieder ist versucht worden, diese Vorgeschichte der Fotografie neu zu verorten und Entwicklungslinien auf ihren Umschlagspunkt in Geschichte zu ziehen. Bedeutung wurde dabei nicht allein der Arbeit individueller Erfinderpersönlichkeiten zugemessen, sondern auch der historischen Kontinuität von Perspektive und optischen Zeichenhilfen, ebenso wie populären Bildpraktiken und formalen Tendenzen der Malerei in der Zeit um 1800 oder einem ‚desire to photograph‘. Dabei äußern sich in den unterschiedlichen Überlegungen über Ursprünge der Fotografie gleichermaßen divergente Auffassungen über das Wesen des Fotografischen. Das Lektüreseminar nimmt die Entwicklungslinien und Erzählweisen dieser Vorgeschichten der Fotografie aus wissenschafts-, bild-, und mediengeschichtlicher Perspektive in den Blick, fragt nach ihren Prämissen und Auslassungen und lädt ein zu einem Gespräch über das Schreiben von Fotografiegeschichte.
Literatur: Geoffrey Batchen, Burning with desire: The conception of photograpy, Cambridge, MA 1997; Heinz Buddemeier: Panorama, Diorama, Photographie. Entstehung und Wirkung neuer Medien im 19. Jahrhundert. München 1970; Peter Galassi, Before Photography: Painting and the invention of photography, Ausst.-Kat. MoMa, New York 1981; Annette Geiger, Urbild und fotografischer Blick: Diderot, Chardin und die Vorgeschichte der Fotografie in der Malerei des 18. Jahrhunderts, Paderborn 2004; Peter Geimer, Bilder aus Versehen: Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen, Berlin 2010; Miriam Halwani, Geschichte der Fotogeschichte 1839-1939, Berlin 2012; Heinrich Schwarz, Techniken des Sehens – vor und nach der Fotografie: Ausgewählte Schriften 1929-1966, hg. v. Anselm Wagner, Salzburg 2006; Katharina Steidl, Am Rande der Fotografie: Eine Medialitätsgeschichte des Fotogramms im 19. Jahrhundert, Berlin 2019; Michalis Valaouris, Perspektive in der Fotografie: Studien zur Naturalisierung des Kamerabildes, Berlin 2018
Prüfungsform: Hausarbeit
Digitales Lehrangebot als asynchrones Onlineformat; nähere Informationen folgen.

Seminar, Mi 16-18 Uhr, 2 SWS
Agnes-Nr.: 533632

 

Wintersemester 2019/20

 

Digitale Zensur. Geschichte, Theorie und Praxis gefährlicher Bilder |Dr. Katja Müller-Helle

Künstlerische Mittel der Übertreibung in vervielfältigten Schrift- und Bildwerken sind seit den Kämpfen der Reformation und Gegenreformation (mittels Buchdruck und Druckgrafik) und in einer weiteren Welle zu Zeiten der Französischen Revolution Instrumente der politischen Meinungsäußerung. Ihre Eindämmung und Zensur gehört gleichermaßen zur Geschichte der Medienrevolutionen. Auch in der Kunst- und Bildgeschichte musste immer wieder ausgehandelt werden, welche Bilder gefährden, schaden oder aufklären: So verantwortete sich Goya vor der spanischen Inquisition wegen des Bildes „Die nackte Maja“ (1795-1800) oder in Frankreich bekam nach dem Aufleben der bildlichen Karikatur zwischen Julimonarchie und Commune die Zensurmaschinerie wieder Aufwind.

Heute ist eine Form der Bildzensur in aller Munde, die erneut die Grenzen der Kunstfreiheit und der freien Meinungsäußerung auf die Probe stellt: In sozialen Netzwerken und auf Google werden nicht nur Bilder der Gewalt und Nacktheit durch algorithmische Bilderkennungen und Content Moderator zensiert und gelöscht; die Kriterien für diese Regulierungen bleiben opak und fallen unter die Geheimhaltungsrichtlinien US-amerikanischer Großkonzerne. Gleichzeitig üben sich traditionelle Institutionen wie Museen in der Praxis der Selbstzensur (Bsp. Balthus „Thérèse Dreaming“, Bananenproteste um Natalia LLs „Consumer Art“), um im Zuge der #Meetoo-Diskussionen keine Debatten um anstößige Bilder zu provozieren.

Das Seminar fragt anhand von konkreten Fallstudien nach den Diskursen der staatlichen, religiösen und sozio-technischen Zensur in historischer Perspektive. Die aktuelle Einforderung der Kunstfreiheit, die in historischer Perspektive ein relativ junges Phänomen ist, wird dabei ebenso historisiert wie die Richtlinien zur Eindämmung der Meinungsfreiheit durch Zensurgesetze (z.B. Karlsbacher Beschlüsse, 1819).

SE, Do 14–16 Uhr, wöch., R. 3.30, Georgenstr. 47
Agnes-Nr.: 533636

 

Was ist Kritik? | Dr. Katja Müller-Helle

In seinen Keywords befürchtete der britische Kulturtheoretiker Raymond Williams im Jahr 1976, dass die Praxis der Kritik längst zur „Krittelei“ verkommen sei. Ein Vorwurf, den sich insbesondere die moderne Kunstkritik gefallen lassen musste, der bis heute Kriterienlosigkeit bei ihrer Urteilsfindung vorgeworfen wird. Um der Krittelei-Gefahr zu entgehen, schlug Raymond Williams eine andere Sichtweise auf Kritik vor: „Was immer verstanden werden muss“, schreibt er, „ist die Besonderheit derjenigen Erwiderung, die kein Urteil, sondern eine Praxis ist.“ Die Frage nach der Praxis der Kritik aufnehmend, fragte Michel Foucault 1978 in seinem Vortrag „Qu‘est-ce que la critique?“ nach den Voraussetzungen und der geschichtlichen Herkunft von Kritik im Nachklang der Aufklärung. Judith Butler führte diese Problematik in einer Antwort auf Foucault im Jahr 2000 in Bezug auf institutionalisierte Praktiken, Diskurse und Episteme fort.

War man sich bis vor kurzem noch sicher, dass die Speerspitze kritischer Impulse seit den 1960er Jahren aus einem linkspolitischen Milieu kam, sind die Zuordnungen derzeit in Verwirrung geraten: In einer Zeit, in der Politiker der AfD für sich in Anspruch nehmen, die Avantgarde (Vorreiter) des gesellschaftlichen Werteumbruchs zu sein, muss auch die Vorgeschichte der kritischen Instanzen und Milieus unserer Gesellschaft neu befragt werden.

„Was ist Kritik?“ ist demnach keine pragmatisch zu beantwortende Frage, sondern ein Angebot, in die Debattenkultur, die Geschichte, die Theorie und die Praxis von kritischer Intervention in den Feldern der Kunst-, und Literaturkritik einzusteigen und diese zu historisieren. In drei Schwerpunktfeldern werden Themen zur Geschichte, Theorie und Praxis der Kritik erarbeitet sowie Formate der Kritik (Rezension, Kommentar) im eigenen Schreiben eingeübt.

SE, Fr 14–18 Uhr, 14täg., R. 3.42, Georgenstr. 47
Agnes-Nr.: 533642

 

Kolloquium für BA, MA, PhD | Dr. Katja Müller-Helle

CO, Do 16–18 Uhr, wöch., R. 3.30, Georgenstr. 47
Agnes-Nr.: 533688

 

Wintersemester 2018/19

 

Terminologie und Methoden der Bewegtbildforschung | Luisa Feiersinger

ÜBUNG VOR ORIGINALEN

Das Seminar wird in zwei Blockveranstaltung angeboten. Die Teilnahme ist auf je 15 Personen begrenzt. Termine: Vorbesprechung, Freitag, 19.10.2018, 10.00 - 14.00 Uhr, R. 0.12, Georgenstr. 47

Freitag, 2./9./16.11.2018, 10.00 – 18.00 Uhr, R. 0.12, Georgenstr. 47

Agnes-Nr. 533665

Im Seminar werden Methoden und Terminologie zur Beschreibung und Erfassung von Bewegtbildern eingeübt, die es ermöglichen, diese als Gegenstand bildgeschichtlicher Analysen zu behandeln. Eingebettet ist die Beschreibung konkreter Filmbeispiele in die Diskussion historischer bis zeitgenössischer Positionen aus der Filmtheorie sowie der Kunst- und Bildgeschichte.

 

Sommersemester 2018

 

Form und Vergleich: Eine Einführung in die Kunst- und Bildgeschichte | Matthias Bruhn

SEMINAR Mo 14-16 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 23.04.2018 bis 16.07.2018 statt

Agnes-Nr. 533615

Das ‚Vergleichende Sehen‘ hat nicht nur die kunsthistorische Methodik entscheidend geprägt, sondern ist Grundlage jeder formbasierten Argumentation. Die Übung soll pro Sitzung je eine Variante des Bildvergleichs / der Bildkombination durchspielen, um deren Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren und dabei auch mit zentralen Fragen, Texten und Methoden der Formanalyse bekannt machen.

 

Gran Turismo | Matthias Bruhn

SEMINAR Di 10-12 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 17.04.2018 bis 17.07.2018 statt

Agnes-Nr. 533641

Dass sich Menschen heute durch imaginative Räume wie Freizeitparks, Themenrestaurants oder die Katalogwelten von Flughäfen oder Kaufhäusern bewegen, hat eine lange Vorgeschichte: Zum einen greifen diese Orte vielfältige kunst- und kulturhistorische Praktiken und Formen auf (Expeditionen und Bildungsreisen, Gartenkultur, Theater, Kino u.a.), zum anderen sind sie die Produkte einer umfassenden Mobilisierung und Globalisierung, die von Welthandel, Kolonialismus und (Massen)tourismus begleitet wurde. Das Seminar soll wiederkehrende Muster thematischer Umweltgestaltung in den Blick nehmen und auf ihre historischen Vorbilder hin untersuchen.

 

Masse und Individuum | Matthias Bruhn

ÜBUNG VOR ORIGINALEN Di 14-16 wöchentlich, 2 SWS
findet vom 17.04.2018 bis 17.07.2018 statt

Die Vorbesprechung findet am 17.4.2018 in R. 3.16, Georgenstr. 47, statt.

Agnes-Nr. 533663

Die Übung sieht vor, anhand von Kunstobjekten in verschiedenen Berliner Sammlungen ein wiederkehrendes Spannungsverhältnis herauszuarbeiten, das hier mit dem Begriffspaar Masse / Individuum umschrieben wird. Dieses lässt sich sowohl als ein motivisch-erzählerisches Moment fassen, etwa als das Verhältnis von Menge und Einzelfigur, aber auch auf der Ebene von Fertigung und Gestaltung (z.B. im Unterschied von Serie und Unikat) erkennen. Im Zentrum der Übung soll die gemeinsame Beschreibung und Diskussion stehen.

 

System und Grenze | Matthias Bruhn

SEMINAR Do 10-13 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.42
findet vom 19.04.2018 bis 19.07.2018 statt

Agnes-Nr. 533649

Der vielschichtige Begriff des Systems hat auch bild- und mediengeschichtliche Voraussetzungen, die im Verlauf des Seminars anhand von historischen Beispielen herausgearbeitet werden sollen. So wird angenommen, dass die Gestaltung von Beobachtungsräumen, die Aufstellung und Ausrichtung von Foto- und Filmkameras oder der Einsatz simulativer Techniken zur Designation von Systemräumen geführt hat, die wiederum zur Konzeption einer allgemeinen Systemtheorie beitrugen. Im Zentrum des Seminars steht die Bestimmung des Systembegriffs durch technische Bildmedien und ggf. die Frage, ob für die ästhetischen Praktiken der bildenden Kunst ein eigener Begriff des Systems (oder des ‚Dispositivs‘) formuliert werden kann, der von anderen (z.B. der Soziologie) deutlich unterschieden ist.

 

Bild, Blick, Bewegung (Seminar zur Exkursion) | Luisa Feiersinger

SEMINAR Do 16-18 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 19.04.2018 bis 19.07.2018 statt

Agnes-Nr. 533634

Das nach dem Prinzip des „geöffneten Fensters“ funktionierende, zentralperspektivische Bildkonzept positioniert einen idealisierten, statischen Betrachter gegenüber eines illusionistischen Bildraums, der auf einem flachen Bildträger fixiert ist.

Das Seminar widmet sich jenen Fragen, die sich stellen, wenn die Anordnung wortwörtlich in Bewegung versetzt wird. Was passiert, wenn sich die Betrachtenden vor einem Bild, das nicht auf einen flachen Bildträger begrenzt ist, bewegen.

Um das ästhetische Potential dieser Bildanordnung ebenso wie deren Grenzen und Notwendigkeit zu diskutieren, werden wir uns mit konkreten Fallbeispielen beschäftigen, die sich erst durch die Bewegung im Raum wahrnehmen lassen. Diese nachgerade „räumlichen Bewegtbilder“ werden wir in Intention und Rezeption ausgehend von klassischen theoretischen Positionen der Bewegtbildforschung in den Blick nehmen.

In einer sich an das Seminar anschließenden Exkursion „Rom: Begehen als Wahrnehmung“ wollen wir die Rezeption „räumlicher Bewegtbilder“, wie sie u.a. Illusionsarchitektur und Skulpturen bieten, in der eigenen Bewegung erproben.

 

Rom: Begehen als Wahrnehmungsform | Luisa Feiersinger

EXKURSION
findet vom 27.09.2018 bis 03.10.2018 statt

Vorbesprechung: 04.05.2018, 14 - 16 Uhr, R. 0.12

Agnes-Nr. 533672

Die Exkursion (fünf Exkursionstage zzgl. An- und Abreise) führt die im Seminar „Bild, Blick, Bewegung“ gestellten Fragen nach dem ästhetischen Potential der Auflösung des zentralperspektivischen Bildkonzepts als körperliche Erfahrung fort.

An Fallbeispielen in Rom und Pompeji werden wir die Wahrnehmung in Bewegung von im Raum ausgedehnten Bildern beschreiben. Es gilt das vom Bild ausgelegte System von Standpunkt und Blickachsen, das in Raum und Zeit ausgedehnt ist durch die gemeinsame Begehung offen zu legen und zu theoretisieren.

Bemerkung: Die Teilnahme ist auf 12 Personen begrenzt. Anmeldung erfolgt in der Vorbesprechung. Da die Exkursion auf das Seminar „Bild, Blick, Bewegung“ aufbaut, ist die Teilnahme an diesem ebenso wie an der Vorbesprechung am 04.05.2018 verpflichtend.

 

Indexomanie. Einführung in die Geschichte und Theorie der Fotografie | Sara Hillnhütter

SEMINAR Mo 16-18 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.42
findet vom 23.04.2018 bis 16.07.2018 statt

Agnes-Nr. 533635

In der Anfangszeit, als die Fotografie noch viele Namen hatte, die unterschiedliche Negativ- und Positivverfahren bezeichneten, wurde die neue Technik als besonders wahr oder authentisch kommentiert. In der Kunsttheorie des 20. Jahrhunderts stieß Rosalind Krauss die Lektüre der Zeichentheorie von Charles Sanders Peirce an, im Zuge derer die Lichtbilder immer häufiger als Indexzeichen definiert wurden. Die Fototheorie löste sich dabei von der Peirce’schen Semiotik und formulierte anhand des Indexbegriffes eine Wesensbestimmung der Fotografie, die auf die physischen Eigenschaften als Lichtbild abzielte. Im Seminar gehen wir wissenschaftlichen und künstlerischen Praktiken aus der Fotogeschichte nach, die wir als Folie für eine Auseinandersetzung mit der Theorie verwenden werden. Bereits in der Wortwahl, ob die Fotografie eine Erfindung oder Entdeckung darstelle, zeigt sich die Betonung auf die maschinelle Aufnahme von Licht in der Fotografie oder das menschliche Eingreifen und Anordnen dabei. Aus der Verschränkung der beiden Aspekte ergibt sich der rote Faden des Seminars.

 

Bilderzählung zwischen Vedute und Verkündigung. Eine Einführung in die italienische Malerei der Neuzeit | Sara Hillnhütter

ÜBUNG VOR ORIGINALEN Mi 14-16 wöchentlich, 2 SWS, Treffpunkt: Kasse der Gemäldegalerie
findet vom 18.04.2018 bis 18.07.2018 statt

Vorbereitungssitzung und Referatsvergabe am 18.04., 14 - 16 Uhr, R. 3.16, Georgenstr. 47.

Agnes-Nr. 533661

In der Veranstaltung werden in der Gemäldegalerie die Beschreibung und Einordnung neuzeitlicher Malerei vor Originalen eingeübt. Anhand typischer Bildmotive der Frührenaissance, wie Vedute, Kreuzigung und Verkündigung erarbeiten wir gemeinsam die Grundlagen der christlichen Ikonographie und deren Verhältnis zur aufkommenden Perspektivtheorie.

 

 

Wintersemester 2017/18

 

 

Gesichter - Bilder - Daten | Roland Meyer

SEMINAR Mo 14-16 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.30
findet vom 23.10.2017 bis 12.02.2018 statt

Agnes-Nr. 533654

Nie zuvor waren Bilder von Gesichtern in solchen Massen verfügbar wie heute. Dank allgegenwärtiger Kameras und digitaler Vernetzung zirkulieren von nahezu jeder beliebigen Person unzählige Bilder. Anders als ältere fotografische Porträts richten sich all diese Bildermassen aber nicht mehr allein an menschliche Betrachter*innen. Gesichtsbilder sind vielmehr zur wertvollen Datenressource geworden – für Polizei und Geheimdienste ebenso wie für Marktforschung und Internetkonzerne. Sie werden massenhaft in Datenbanken gespeichert, digital vermessen und verglichen, und immer avanciertere Algorithmen zielen darauf, aus ihnen Informationen über die Identität der Abgebildeten, deren Stimmungen und Emotionen, ja sogar ihre möglichen Intentionen abzuleiten.

Das Seminar fragt nach den bildhistorischen Anfängen und Vorläufern dieser aktuellen Entwicklungen. Denn schon seit dem späten 18. Jahrhundert lassen sich Bemühungen verzeichnen, aus Gesichtsbildern lesbare Daten zu isolieren und sie in systematische Operationen des Vergleichs einzubetten. Sie reichen von der Physiognomik Johann Caspar Lavaters über die erkennungsdienstlichen Identifizierungsverfahren des 19. Jahrhunderts bis zu heutigen Techniken elektronischer Gesichtserkennung. Anhand dieser und anderer Beispiele fragt das Seminar nach den epistemischen und kulturellen Voraussetzungen aktueller digitaler Bildpraxis.

 

Universelle Lesbarkeit. Zur Geschichte der "visuellen Kommunikation" | Roland Meyer

SEMINAR Mi 10-12 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.16
findet vom 17.10.2017 bis 13.02.2018 statt

Agnes-Nr. 533660

Dem Begriff nach ist »Visuelle Kommunikation« ein Kind der Nachkriegszeit: Seit 1956 heißt die von Otl Aicher geleitete Abteilung an der wenige Jahre zuvor gegründeten Ulmer Hochschule für Gestaltung so. Angesichts einer »immer komplexer und komplizierter handelnden technischen Zivilisation«, so Aicher, setzt man in Ulm auf eine Gestaltung ganz im Dienste allgemeiner Verständlichkeit. Als Medien der Kommunikation verstanden, sollen Bilder und Zeichen zu eindeutigen Signalen und zum Werkzeug möglichst voraussetzungsloser Informationsübermittlung werden. Der Sache nach schließt man damit jedoch an Konzepte an, die schon in den 1920er Jahren entwickelt wurden. Denn bereits im Umkreis von Bauhaus, DeStijl und russischer Avantgarde träumt man von einer universellen Sprache der Bilder, Zeichen und Signale, die im Gegensatz zur verbalen Sprache grenzüberschreitend verständlich, unmittelbar wirksam und dem Tempo und der Reizintensität des modernen großstädtischen Lebens adäquat sein soll.

Ausgehend von frühen Entwürfen für Verkehrszeichen, Piktogramme und Farbleitsysteme der 1920er Jahre verbindet das Seminar eine Kunst-, Design- und Bildgeschichte konkreter künstlerischer und gestalterischer Projekte mit einer übergreifenden Ideengeschichte der »visuellen Kommunikation«. Deren Protagonist*innen reichen von László Moholy-Nagy und Otto Neurath über György Kepes, Charles und Ray Eames bis zu Marshall McLuhan. Ein Schwerpunkt soll dabei auf den 1940er bis 70er Jahren liegen. Denn was in der Zwischenkriegszeit noch weitgehend Projekt blieb, wird nach 1945 institutionell gefördert und großmaßstäblich umgesetzt: In neuen Ausstellungsdesigns und multimedialen Environments, in Informations- und Orientierungssystemen für Großflughäfen und Massenereignisse oder auch in den ersten Entwürfen grafischer Benutzeroberflächen um 1970.

 

Präzision und Kontingenz. Bilder als epistemische Objekte in der Wissenschaftsgeschichte | Sara Hillnhütter

SEMINAR Mo 14-16 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 23.10.2017 bis 12.02.2018 statt

Agnes-Nr. 533640

Unter dem Stichwort Präzision versammeln sich Ansprüche, Werkzeuge und Konzepte, die besonders bei der Bestimmung von Objekten in den Wissenschaften zum Tragen kommen. Bilder dienen dabei häufig nicht nur als Indiz, Beweis oder Illustration, sondern sie werden im Rahmen von wissenschaftlicher Tätigkeit oft selbst auf ihre Bedingungen hin befragt. So hat der britische Physiker Arthur M. Worthington im Jahre 1908 einen Apparat vorgestellt, der die Bewegung des Wassers festhalten sollte, wenn ein Tropfen hineinfällt; die Belichtungszeit durfte dabei nicht mehr als den Bruchteil einer Sekunde betragen, damit die Fotografie anschließend genau den entscheidenden Schnitt aus der Zeit wiedergeben konnte, in dem die Kohäsions- und Adhäsionskräfte durch den Aufprall des Tropfens aus dem Gleichgewicht geraten und das ikonische Bild eines Krönchens wiedergaben. Noch bevor Worthington das apparatische Zusammenspiel präzisiert hatte, zeichnete er die Bewegungen des Wassers aus der Beobachtung auf. So oft er auch fotografierte, erreichte er entgegen seiner Erwartung nie jenes ausgewogene Bild, das er in seiner Zeichnung festgehalten hatte. Die fotochemische Fixierung sollte als Beweis für seine Überlegungen dienen, aber Worthington musste feststellen, dass die Asymmetrien der fotografisch dargestellten Wasserbewegung nicht die Ausnahme, sondern vielmehr die Regel darstellten, die Fotografie also ein kontingentes Bild zeigte; mit seiner Zeichnung hatte er dagegen eine wiederkehrende Regel, bzw. ein ideales Bild formuliert. Die Erkenntnis, die aus dem Vergleich der beiden Bilder zu schließen war, betraf also die Bedingungen der fotografischen und zeichnerischen Darstellung selbst, die sich in den Erkenntnisprozess einschrieben.

Im Seminar werden wir anhand konkreter Beispiele besprechen, welche Rolle Bilder in wissenschaftlichen Praktiken einnehmen können und auf welche Weise sie zu epistemischen Objekten werden. Die historischen Beispiele flankieren wir mit der wissenschaftstheoretischen Lektüre, welche die Wirkweise und Bedeutung von Bildern zu klären sucht. Dabei werden wir auch den Überschneidungen der Kunst- und Wissenschaftsgeschichte, wie zum Beispiel in den Feldern Anatomie und Botanik, nachgehen.

 

Film als Gegenstand der Bildgeschichte. Eine Einführung | Luisa Feiersinger

SEMINAR Do 16-18 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 19.10.2017 bis 15.02.2018 statt

Agnes-Nr. 533641

Im Seminar werden Methoden und Vokabular zur Beschreibung und Erfassung von Bewegtbildern eingeübt, die es ermöglichen letztere als Gegenstand bildgeschichtlicher Forschungen zu behandeln. Eingebettet ist dies in die Diskussion historischer bis zeitgenössischer Positionen zum Film aus der Kunst- und Bildgeschichte.

 

Sommersemester 2017

 

Bild um Bild | Luisa Feiersinger

SEMINAR Do 14-16 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.30
findet vom 20.04.2017 bis 20.07.2017 statt

Agnes-Nr. 533641

Das Seminar wird sich mit Bildern beschäftigen, die nicht als Einzelbilder sondern als Teil einer Bildfolge konzipiert sind. Dies kann in unterschiedlichen Konfigurationen geschehen, wobei je unterschiedliche Bildbegriffe und Strategien der (An-) Ordnung diskutiert werden sollen. Die Beispiele mit denen wir uns beschäftigen werden, reichen vom Passionszyklus zur Comicdarstellung, vom photographischen Alpenpanorama zu Warhols Siebdrucken.

 

Historizität der Architektur. Theorie und Geschichte europäischer Denkmalpflege | Sara Hillnhütter

SEMINAR Mo 14-16 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 3.30
findet vom 24.04.2017 bis 17.07.2017 statt

Agnes-Nr. 533644

In der Geschichte der Denkmalpflege stellten sich Akteure häufig die Frage, ob man Denkmäler rekonstruieren, konservieren oder in ihrem Zustand belassen sollte. Die Architektur gewann dabei in der wissenschaftlichen Rezeption zunehmen die Rolle eines „stummen Zeugen“, der Geschichte scheinbar auch im Unterschied zu Schriftnachrichten unmittelbar präsent machte.
Das Seminar geht dem Spannungsverhältnis von Materialität und Ästhetik in der Debatte um die Historizität von Architektur nach. Dabei kommen sowohl historische Beispiele aus der Denkmalpflege, als auch zeitgenössische Beispiele der Architekturrekonstruktion zur Sprache.

Der erste Termin und damit die Referatsvergabe findet am Montag, den 24.04.17 statt.

 

Total digital? Einführung in die digitale Kunst- und Bildgeschichte | Margarete Pratschke

SEMINAR Di 10-11 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 18.04.2017 bis 18.07.2017 statt

Agnes-Nr. 533642

Vom Design des Ipad bis zur Net Art, von Powerpoint zur Medienkunst, von Emojis zu Benutzeroberflächen, von Software Art zu den Digital Humanities: Die Kunstgeschichte umfasst die unterschiedlichsten digitalen Bildphänomene und Kunstgattungen und ist auf vielfältige Weise in ihren Gegenständen, Theorien und Praktiken mit digitalen Medien verflochten.

Das Seminar gibt einen Überblick über Geschichte und Theorien zu digitalen Bildern und Medienkunst – und fragt dabei nach den spezifischen kunsthistorischen Methoden, um digitale Bilder und Medienphänomene zu analysieren. Anhand ausgewählter historischer Debatten um digitale Bild- und Kunstformen sollen die verschiedenen methodischen Zugänge zum Digitalen diskutiert sowie ein kritisches Beschreibungs- und Analyse-Instrumentarium für digitale Bildphänomene entwickelt werden.

Literatur: Bredekamp, Horst: Mimesis, grundlos, in: Kunstforum international, Bd. 114, Juli/ August 1991, S. 278-288; Huber, Hans Dieter: Materialität und Immaterialität der Netzkunst, in: kritische berichte, Jg. 26, Heft 1, 1998, S. 39-53; Manovich, Lev: How to Compare One Million Images, in: Understanding Digital Humanities, hg. v. David Berry, Basingstoke 2012, S. 249-278; Nake, Frieder: There Should Be No Computer Art, in: Page. Bulletin of the Computer Arts Society, 18, Oktober 1971, S. 1-2; Pratschke, Margarete: Interaktion mit Bildern. Digitale Bildgeschichte am Beispiel grafischer Benutzeroberflächen, in: Das Technische Bild. Kompendium zu einer Stilgeschichte technischer Bilder, hg. v. Horst Bredekamp, Birgit Schneider, Vera Dünkel, Berlin 2008, S. 68-81; Pratschke, Margarete: Wie Erwin Panofsky die Digital Humanities erfand. Für eine Geschichte und Kritik digitaler Kunst- und Bildgeschichte, in: kritische berichte, 3, 2016, in Druck.

 

Die Moderne als Marke. Kunst, Technik und Industrie | Margarete Pratschke

SEMINAR Mo 16-18 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 24.04.2016 bis 16.02.2017 statt

Agnes-Nr. 533652

Ob Maschinenkunst, Denkmäler der Industriekultur oder Apple Design. Die Schnittstelle von Kunst und Technik ist von einer besonderen Nähe zur Industrie geprägt. Längst ist ‚die Moderne’ dort unter ökonomischen Vorzeichen zur Marke geraten. Das Seminar untersucht die Geschichte des Verhältnisses von Kunst, Technik und Industrie und fragt nach der Konfiguration der Moderne unter technisch-ökonomischen Gesichtspunkten. Dabei soll es insbesondere darum gehen, unter welchen historischen Bedingungen Fragen von Kunst, Technik und Industrie virulent wurden und wie sich daraus ein kritisches Instrumentarium zur Analyse dieser Verflechtungen entwickeln lässt. Dies schließt auch die Frage nach der eigenen Positionierung ein: Inwieweit sind wir als KunsthistorikerInnen Teil von einem neuen Verständnis von Kulturindustrie? Wie sehr wurde das Fach durch industrienahe Forschungsförderung, v.a. im Hinblick auf den Gegenstand von Kunst und Technik und das Projekt der ‚Bildwissenschaft’ geprägt?

Literatur: Adorno, Theodor W./ Horkheimer, Max: Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug, in: Dies.: Dialektik der Aufklärung, hg. v. Rolf Tiedemann, Frankfurt am Main 1984, S. 141-191; Buddensieg, Tilman: Industriekultur. Peter Behrens und die AEG, Berlin 1979; Buddensieg, Tilman (Hg.): Die nützlichen Künste. Gestaltende Technik und bildende Kunst seit der industriellen Revolution, Berlin 1981; Coyle, Michael: With a Plural Vengeance: Modernism as (Flaming) Brand, in: Modernist Cultures, Bd. 1, Nr. 1, 2010, S. 15-21; Harwood, John: The interface. IBM and the transformation of corporate design, 1945–1976, Minneapolis 2011; Grütter, Fabian/ Stadler, Max: Am Ende der Arbeit. Industriekultur und Bilderglaube, in: kritische berichte, 3, 2016 (in Druck); Wagner, Monika (Hg.): Moderne Kunst. Das Funkkolleg zum Verständnis der Gegenwartskunst, Reinbek b. Hamburg 1991.

 

Wintersemester 2016/17

 

Bilder im Kasten - vom Guckkasten bis Google Cardboard | Luisa Feiersinger

SEMINAR Do 16-18 wöchentlich, 2 SWS, GEO 47, 0.12
findet vom 20.10.2016 bis 16.02.2017 statt

Agnes-Nr. 533650

Das Seminar wird sich mit Bildern beschäftigen, die nur innerhalb einer Apparatur  betrachtet werden können. Dem von Jonathan Crary in ‚Techniken des Betrachters‘ (Techniques of the Observer. Vision and Modernity in the Nineteenth Century, Massachutsetts Institute of Technology 1990) formulierten Ansatz folgend, dass die  Sehapparaturen jeweils Praktiken der Wahrnehmung festsetzen und sich in deren unterschiedlichem Aufbau daher spezifische Konzepte des Sehens zu bestimmten Zeitpunkten erkennen lassen, untersucht das Seminar diverse vom 16. Jahrhundert bis heute reichende Ausprägungen dieser „Bilder im Kasten“.

 

Stop-Motion. Verlebendigung und Zeitlichkeit in Videokunst und Film | Sara Hillnhütter

BLOCKSEMINAR 20. - 24.02.2017, 10 - 15 Uhr, GEO 47 0.12, 2 SWS

Agnes-Nr. 533651

Stop-Motion ist eine der einfachsten, aber auch einschlägigsten Techniken, Objekte im Bild in Bewegung zu setzten. Dabei werden Standbilder aneinandergereiht, die minimal voneinander abweichen. Unbewegte Motive können so in ein Narrativ gesetzt werden. Im Seminar werden wir Beispiele aus der zeitgenössischen Kunst (z.B. William Kentridge, Thomas Demand) und Film (z.B. Georges Méliès, Michel Gondry, Phil Tippett) besprechen. Die Tricktechnik kann dabei als Analogie zur Medialität von Film gelesen werden.

Vorbesprechung mit Referatsvergabe: Montag, 14.11.2016, 14 - 16 Uhr, R. 0.12, Georgenstr. 47, 10117 Berlin