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Berliner Institut für Islamische Theologie

Ernennung von Prof. Dr. Mohammad Gharaibeh

Foto: Stefan Weger
Mohammad Gharaibeh studierte Islamwissenschaft und Übersetzen mit den Sprachen Arabisch und Indonesisch an der Universität Bonn, wo er 2011 mit der Arbeit „Zur Attributenlehre der Wahhābīya unter besonderer Berücksichtigung der Schriften Ibn ʿUṯaimīns (1929–2001)“ in der Islamwissenschaft promovierte. Nach seiner Promotion war er wissenschaftlicher Koordinator am Annemarie Schimmel Kolleg „Geschichte und Gesellschaft der Mamlukenzeit (1250–1517)“ sowie am Alexander von Humboldt Kolleg „Islamicate Intellectual History“ an der Uni Bonn. Im akademischen Jahr 2018–2019 war er zudem Vertretungsprofessor am Asien-Afrika-Institut, Abt. Islamwissenschaft, in Hamburg. Seine Habilitationsschrift verfasste er zum Thema „The Sociology of Commentarial Literature - An analysis of the commentary tradition of the Muqaddimat Ibn aṣ-Ṣalāḥ (d. 643/1245) from the perspective of the sociology of knowledge”.
Herr Gharaibeh ist Mitglied der Steuerungsgruppe des Theologischen Forums Christentum-Islam des Diözese Rottenburg-Stuttgart und Mitherausgeber der Publikationsreihe. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Islamische Ideengeschichte aus theologischer, wissenssoziologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive, die Ḥadīṯ-Wissenschaft, die Islamische Glaubenslehre u. Kalām (ašʿaritisch, māturīditisch, ḥanbalitisch, salafitisch, wahhābitisch), die Islamische Mystik, die Islamische Philosophie, der Themenkomplex Islam und Muslime in der Gegenwart (insb. in Deutschland), Geschichte und Kultur Saudi-Arabiens und die arabisch islamische Historiographie.

 

Fünf Fragen an Herrn Gharaibeh anlässlich seiner Ernennung zum Professor am 4. Februar 2020:

Was wird Ihr wichtigster Beitrag beim Aufbau des BIT sein?

Die Lehre und Forschung am BIT möchte ich vor allem durch die historische Perspektive ergänzen und verstärken. Mit einem interdisziplinären Ansatz gilt es, die komplexe Theologiegeschichte vormoderner muslimischer Gesellschaften möglichst umfassend zu analysieren und zu verstehen, um sie für eine gegenwartsorientierte Theologie nutzbar zu machen.

Welche Forschungsfrage treibt Sie derzeit um?

Derzeit beschäftige ich mich mit der Produktion, Rezeption, Selektion und Weitergabe von islamtheologischen Ideen, Konzepten, und Methoden in vormodernen Gesellschaften. Dabei versuche ich neben den geistigen auch die nicht-geistigen Faktoren mit einzubeziehen, die auf diese Prozesse Einfluss genommen haben. Dazu gehört z.B. eine Analyse der lokalen sowie transregionalen Gelehrtennetzwerke sowie des Einflusses politischer Patronage etc. Ich erhoffe mir dadurch, einer Antwort auf die Frage näher zu kommen, was eigentlich die „Islamische Tradition“ sein soll/kann.

Wie lautet Ihr Motto für die Lehre?

Bestehendes hinterfragen, neue Wege gehen, Veränderungen zulassen.

Mit welchen Akteuren außerhalb des BIT werden Sie in 2020 zusammenarbeiten?

In erster Linie möchte ich unsere Student*innen selbst als Akteure in ihren Netzwerken verstehen und ernstnehmen. Zudem möchte ich das Gespräch mit den Berliner Moscheegemeinden suchen und mit den verschiedenen Fachdisziplinen der Humboldt-Universität, wie die evangelische und katholische Theologie, die Jüdische Studien, die Soziologie und Geschichtswissenschaft zusammenarbeiten. Weitere Kooperationen mit der Berliner Wissenschaftslandschaft wie die Islamwissenschaft an der Freien Universität oder das Wissenschaftskolleg zu Berlin sind mir ein wichtiges Anliegen.

Wie ist Ihr erster Eindruck von Berlin?

Bunt, vielfältig, pulsierend, inspirierend und motivierend.