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Berliner Institut für Islamische Theologie

Neues Projekt am BIT: Kanon und Zensur in der islamischen Tradition

Im November 2020 hat die neue AIWG Projektwerkstatt „Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte“ ihre Arbeit aufgenommen. Anlässlich des Starts veröffentlichte die AIWG folgendes Interview mit Mohammad Gharaibeh (Humboldt Universität zu Berlin), Bacem Dziri (Universität Osnabrück/Frankfurt) und Amir Dziri (Universität Freiburg, Schweiz). 

„Wir wollen die Kanonforschung auf die islamische Theologie übertragen“

Herr Gharaibeh, Sie werden sich in der Projektwerkstatt mit Kanon und Zensur in der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte beschäftigen. Was sind die drei wichtigsten Forschungsfragen, die Sie in der Projektwerkstatt untersuchen wollen?

Mohammad Gharaibeh: In verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, etwa in den Theologien und der Literatur- und Kulturwissenschaft, gibt es bereits eine gut etablierte Kanonforschung und Kanonkritik. Wir wollen uns in der Projektwerkstatt daher zunächst erst einmal anschauen wie die Kanonforschung auf die Islamische Theologie übertragen werden kann. Sprich, was bedeutet eigentlich das Reden von Kanon und Zensur im Kontext der islamischen Ideen- und Theologiegeschichte? Denn bis jetzt sind diese Konzepte und Ideen wenig aufgegriffen worden und auch in der Islamwissenschaft existieren hierzu nur vereinzelt Studien. In einem zweiten Schritt wollen wir uns damit beschäftigen, wie Kanonisierungs- und Zensurprozesse grundsätzlich stattfinden. Interessant ist hier vor allem die besondere Situation im Islam. Hier gibt es weder eine den christlichen Kirchen vergleichbare theologienormierende Institution, noch eine Person oder irgendeine andere Autorität, die festlegen, welchen Texten und Positionen ein normativer Charakter zukommt. Die dritte Forschungsfrage zielt auf die Gegenwart: Was bedeuten die Ergebnisse unseres Projektes eigentlich für die Theologie heute?

Wenden wir uns kurz einer kleinen Begriffsklärung zu. Der Begriff „Kanon“ stammt ursprünglich aus der christlichen Theologie. Herr Bacem Dziri, was verstehen Wissenschaftler_innen in der islamischen Theologie unter dem Begriff „Kanon“? Gibt es ein Äquivalent zur christlichen Kanon-Vorstellung?

Bacem Dziri: Wir gehen davon aus, dass es äquivalente Phänomene gibt. Uns geht es darum, die Herausbildung der Normativität von Texten, Konzepten und Personen nachzuzeichnen. Je nach Disziplin gibt es für die Konzeptionierung dieser Phänomene dann unterschiedliche Begriffe. Diese zu erörtern und Gemeinsamkeiten wie Unterschiede zur christlichen Kanonbildung herauszustellen wäre Teil weiterer Forschung.

Hier lesen Sie das Interview in voller Länge

 


Campusspaziergang

Unter Beachtung der coronabedingten Abstandsregeln haben sich Studierende der Islamischen Theologie im ersten Semester mit ihren zukünftigen Hochschuldozierenden in kleinen Gruppen zu einem Campusspaziergang getroffen. Vor dem BIT-Eingang, wo die Außenflächen noch eine Baustelle sind, haben sich die HAN6 BaustelleStudierenden und die Lehrenden kurz kennenlernen können, mögliche Kommunikationswege für das Semester angesprochen und sich dann auf den Weg zum Hauptcampus begeben.

Auf dem Weg haben sich Studierende untereinander kennengelernt. Dozierende haben die Möglichkeit genutzt, ebenfalls ihre künftigen Studierenden kennenzulernen und ein wenig auf die digitale Lehre einzustimmen.

 


Neuerscheinung: "Moscheeleben in Deutschland. Eine Ethnographie zu islamischem Wissen, Tradition und religiöser Autorität" von Ayşe Almila Akca

Im Oktober 2020 erschien die Dissertation von  Dr. Ayşe Almila Akca, Nachwuchsgruppenleiterin am BIT. Sie kann beim transcript Verlag heruntergeladen werden.

Cover Buch Almila.jpg

In ihrer Studie zeigt Akca auf, wie religiöses Wissen in Moscheegemeinden verhandelt und autorisiert wird und inwiefern Frauen und Männer an diesem Prozess beteiligt sind. Sie gibt damit tiefe Einblick in das heutige Moscheeleben in Deutschland und tritt durch fundierte ethnographische Forschung gängigen Klischees entgegen. Gleichzeitig werden Strukturen der Aushandlung differenziert dargestellt.

Das Buch gehört auf die Leseliste aller Wissenschaftler*innen, die sich mit Moscheeleben befassen, ist jedoch darüber hinaus einem anspruchsvollen am Thema interessierten Publikum zu empfehlen. 

 


Auswirkungen der Corona-Pandemie auf muslimisches Gemeinschaftsleben in Deutschland

Am 9. September 2020 beantwortete Dr. Ayşe Almila Akca die Fragen der Katholischen Akademie Freiburg und zog ein erstes Resümee der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf muslimisches Gemeinschaftsleben in Deutschland.


Kurnaz Ibn Rusd NomosNeuerscheinung: "Tradition und Fortschreibung bei Ibn Rušd"

Im Juni 2020 hat Prof. Dr. Serdar Kurnaz im Nomos Verlag den Titel "Tradition und Fortschreibung bei Ibn Rušd. Eine rechtsschulübergreifende Analyse zu Kauf- und Tauschgeschäften im islamischen Recht" veröffentlicht. Wir gratulieren!

Herr Kurnaz, welchen Leserkreis wünschen Sie sich für Ihr Buch von immerhin gut 400 Seiten?

Es richtet sich an die Expert*innen im islamischen Recht und der Rechtsmethodik. Es kann auch sehr gut als Lehrmaterial eingesetzt werden, weil anhand der Übersetzung eines Kapitels von Ibn Rusd exemplarisch der Diskussion in den verschiedenen Rechtsschulen nachgegangen wird.

Welches ist der wichtigste Punkt, den Sie in Ihrer Studie machen wollen.

Ich möchte die überragende Herangehensweise von Ibn Rušd für die Aktualisierung des islamischen Rechts aufzeigen. Er bietet Ansätze dafür, wie durch sein Verständnis, z.B. des Naturrechts, auch heutige Rechtssysteme als schariakonform aufgefasst werden können. Er leitet Rechtsprinzipien aus Sunna, Koran, der Gelehrtentradition und rationaler Argumentation ab. Dieser rechtsphilosophische Beitrag kann heute sehr gut dazu dienen, Rechtsverständnis und Rechtssysteme weiterzuentwickeln.

Wir wünschen Ihnen eine interessierte Leserschaft und einen lebhaften Niederschlag Ihrer Befunde in der künftigen Fachdiskussion! 


"Warum lässt Gott das zu?"

Dieser Frage, die in der Theologie seit Leibnitz als Theodizee bezeichnet wird, gehen Prof. Dr. Eberhard Tiefensee, Emeritus an der Uni Erfurt, und Prof. Dr. Mira Sivers vom BIT in einem Wissenspodcast der Katholischen Akademie Dresden-Meißen nach. Hören Sie, welche Antworten Theolog*innen in Christentum und Islam geben, warum angesichts Gottes Allmacht, Güte und Gerechtigkeit auch das Üble in der Welt ist und welche Bedeutung es im Schöpfungsplan spielen mag.

Zur Sendung vom 16. Juni 2020


Porträt von Prof. Dr. Mira Sievers

erschienen am 28. Mai 2020 in der Berliner Zeitung


Digitale Diskussionsrunde: „Ramadan und Corona – Wie umgehen mit der Krise?“


Volle Moscheen, gemeinsames Fastenbrechen mit Familie und Freunden. Viele Muslim*innen freuen sich das ganze Jahr über auf diese ganz besonderen Momente gelebter Gemeinschaft. Nun ist alles anders. Wegen Corona. Kein gemeinsames Abendgebet, keine Einladungen zum Iftar.

Wie gehen Muslim*innen und muslimische Gemeinden mit diesen Herausforderungen um? Wie feiern sie Ramadan mit und trotz Corona? Welche psychologischen Auswirkungen hat dieser „stille“ Ramadan auf die Gläubigen? Was kann uns ein Blick in die Geschichte islamischer Gemeinschaften lehren?

Prof. Dr. Serdar Kurnaz vom BIT tauscht sich in einem digitalen Zoom-Talk mit Prof. Dr. Bekim Agai, Direktor der AIWG (Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft),     Norbert Müller (SCHURA Hamburg) und Gülbahar Erdem (ebenfalls AIWG) aus.

Wann: 4. Mai 2020

Uhrzeit: 18:00 Uhr

Wo: Sie können die digitale Diskussion nachverfolgen unter: https://youtu.be/_olIBDbh480


Muslim*innen im "stillen" Ramadan 2020

In einer Sendung des Deutschlandfunks kommt auch Prof. Dr. Serdar Kurnaz zu Wort, wie er diesen Ramadan verbringt.


Start ins digitale Semester

Der Berliner Tagesspiegel erwähnt in seinem Bericht am 19. April 2020, dass das BIT unter den Instituten der HU ist, welches von Beginn an 100% Online-Lehre gewährleisten kann.

 


Herder Kurnaz 978 3 451 39116 3 2cmykNeuerscheinung

Das Buch "Wirtschaft und Gewissen" der Autoren Felix Körner und Serdar Kurnaz ist unter Mitarbeit von Ömer Özsoy entstanden und im Herder Verlag erschienen. 

Das Buch greift das Jahresthema des Studienjahres 2019/20 an der Jerusalem School of Theology auf: „Ökonomie, Anökonomie, Heilsökonomie. Gottesrede im Spannungsfeld von Tausch und Gabe“. Daher befasst es sich mit dem Wirtschaftsraum Arabiens des 7. Jahrhunderts, in dem der Islam entstanden ist. Themen wie die der theologische Grundhaltung der muslimischen Tradition, zur Balance zwischen Reichtum, Diesseits- und Jenseitsorientierung bis hin zu den Grundzügen des Verhältnisses von Politik und Religion werden in diesem Band behandelt.

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie beten Muslim*innen in Corona-Virus-Zeiten?
Antworten von Prof. Dr. Serdar Kurnaz

 

Kurnaz im ZDF

Prof. Dr. Serdar Kurnaz beantwortet in der ZDF-Sendung Forum am Freitag vom 20. März 2020 u.a. die Frage, ob das muslimische Gemeinschaftsgebet währen der Corona-Pandemie durchgeführt kann.

 


„Islam, Gender und Feminismus“
Kolloquium mit Prof. Dr. Juliane Hammer am BIT

Foto: Andrea Lingthaler
Die Nachwuchsgruppe „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ führte in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie in Berlin am 10. März ein interdisziplinäres Kolloquium zum Thema Islam, Gender und Feminismus durch. Zu Gast war die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Juliane Hammer (2. v. l.) von der University of North Carolina at Chapel Hill. Bereits am Tag zuvor hatte Prof. Hammer in der Katholischen Akademie einen Vortrag über muslimische Aktivistinnen in den USA gehalten. Der Vortrag sowie mehrere ihrer einschlägigen Publikationen bildeten den Ausgangspunkt der Diskussionen im Kolloquium.

Zunächst problematisierten die Teilnehmenden die grundlegenden Parameter, die die Debatten über Feminismus und Gender im Islam gegenwärtig bestimmen. Eine besondere Schwierigkeit bilde hier das Spannungsfeld zwischen patriarchalen Strukturen und Denkweisen in muslimischen Gruppen einerseits und den gesamtgesellschaftlich wahrnehmbaren islamfeindlichen Tendenzen andererseits. Für den islamischen Feminismus sei dies häufig eine schmale Gratwanderung, zumal selbst seine berechtigten Einwände gegen den Androzentrismus der islamischen Theologie mitunter Gefahr liefen, antimuslimische Stereotype und Ressentiments zu reproduzieren oder gar zu legitimieren. Nichts desto trotz, so die einhellige Auffassung der Teilnehmenden, sei eine offene und fundamentale Kritik an Geschlechterungleichheiten prinzipiell fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Ausformulierung islamisch-feministischer Theologien sowohl in den USA als auch in Europa sei geprägt von eben jenem Dilemma, oder wie es im Kolloquium genannt wurde: einer „doppelten Fessel“. Andererseits aber bringe der grundsätzlich kritische Duktus feministischer Argumente eine radikale Infragestellung bestehender Autoritäten mit sich. Im Ergebnis führe dies zu einer Neuaushandlung islamischer Normen nicht nur in der islamisch-theologischen, sondern auch und vor allem in der gelebten muslimischen Praxis.

 


Foto: Moritz Göthel
Die NWG II zu Gast am IKT

Aus dem Team der Nachwuchsgruppe „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ waren kurz vor Vorlesungsende am 06.02.2020 Dr. Ayşe Almıla Akca und Mona Feise zu Gast im Seminar von Dr. Silvia Richter (Guardini-Professur, IKT) „Wahrheit gibt es nur zu zweien..." - Interkultureller Austausch von Juden, Christen und Muslimen vom 18 Jhd. bis heute“.

Dr. Akca führte die Studierenden in das Konzept der Nachwuchsgruppe innerhalb des Berliner Instituts für Islamische Theologie ein und präsentierte die Einzelprojekte der NWG, die auf reges Interesse trafen: „Religiöse Praxis bei muslimischen Senior*innen“ (Bueşra Oenay), „Kunst als Form islamisch-religiöser Praxis“ (Dr. Aydın Süer), sowie „Islamische Feste, Feiern und Gedenken: Theologischer Sinn, Praktiken und die Gesellschaft“ (Dr. Ayşe Almıla Akca). Mona Feise stellte ihr eigenes Promotionsvorhaben „Religiöse Praxis in muslimisch-interreligiösen Partnerschaften und Familien“ vor.

Nach Akcas Einführung in Themen, Geschichte und Akteur*innen des christlich-muslimischen Dialogs von seinen Anfängen in den 1980er Jahren bis in die Gegenwart diskutierten Akca und Feise zusammen mit der Seminarleiterin Dr. Richter und den Studierenden am IKT über Formen und Wandel des Dialogs. Insbesondere zeigten die Studierenden Interesse an den Leitthemen der NWG: Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen normativen Vorstellungen und religiöser Praxis, ihr wechselseitiger Einfluss und Dependenzen sowie Fragen nach der Rolle von Gender als Strukturkategorie. Beachtenswert war die Frage nach dem Verhältnis von kulturwissenschaftlicher und theologischer Forschung der NWG: Als interdisziplinäre Forschungsgruppe macht die NWG kultur- und sozialwissenschaftliche Methoden und Theorien für das theologische Erkenntnisinteresse fruchtbar. Abschließend wurde nach dieser „dialogreichen“ Erfahrung festgehalten, dass weitere Formen der Zusammenarbeit und des Dialogs zwischen der NWG und dem IKT wünschens- und erstrebenswert sind.


Am 6. Januar 2020 fragte der Berliner Tagesspiegel "Wie läuft es am Berliner Islam-Institut?"


Akca Preis.jpgBIT-Wissenschaftlerin Ayşe Almila Akca erhält den DAVO-Dissertationspreis 2019

Dr. Ayşe Almila Akca (links im Bild), Nachwuchsgruppenleiterin am Berliner Institut für Islamische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin, hat für ihre Dissertation über Legitimation und Autorisierung von Islamischen Wissen in Moscheen in Deutschland den Dissertationspreis 2019 der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) erhalten. Mit dem mit 3000 € Preis wird die beste deutsch- oder englischsprachige Dissertation im Bereich der gegenwartsbezogenen Orientforschung ausgezeichnet, die von einem Mitglied der DAVO an einer Universität eingereicht wurde. Akca teilt sich den Preis mit zwei weiteren Wissenschaftlerinnen aus der Politikwissenschaft und der Sozialwissenschaft. Die Auszeichnung wurde am 03.10.2019 im Rahmen des 26. DAVO-Kongresses in Hamburg durch den DAVO-Vorsitzenden Prof. Dr. Günter Meyer feierlich überreicht.

Die Studie von Frau Akca wird im Frühjahr 2020 unter dem Titel "Moscheeleben in Deutschland. Eine Ethnographie zu Islamischen Wissen, Tradition und religiöser Autorität" im transcript Verlag (Bielefeld) erscheinen.


Weiterbildung "Muslimische Potenziale in der Sozialen Arbeit"

Das Berliner Institut für Islamische Theologie führt in Kooperation mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und dem International League of Academics (ILM e.V.) eine zertifizierte Weiterbildung zu Muslimischen Potenzialen in der Sozialen Arbeit durch.

Die Beschreibung der Module sowie die Anmeldung (bis 31.01.2020) für Personen, die in Moscheegemeinden sozial-caritative Leistungen erbringen, oder die ihre Kompetenz in der Sozialen Arbeit im Hinblick auf Religionssensibilität erweitern möchten, finden Sie unter folgendem Link.

 


Workshop: Islam in der Praxis - Akteur*innen, Praktiken und Alltag am 29./30.2019

 

WS Praxis
Wie sieht im deutschen Kontext der Islam in der Praxis aus? Wie lassen sich die verschiedenen Erscheinungsformen islamisch-religiöser Praxis adäquat beschreiben und analysieren? Was sind ihre materiellen – körperlichen wie dinglichen – Komponenten? Welchen sozial geteilten Sinn schreiben Muslim* innen ihrer jeweiligen Praxis zu? Welche empirischen Forschungsmethoden braucht es für die Praxisforschung? Welche Impulse können aus der Analyse der Praxis für den Erkenntnisgewinn der islamtheologischen Forschung in Deutschland ausgehen?
Diesen und anderen Fragen geht der erste interdisziplinäre Workshop der Nachwuchsgruppe (NWG) „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ im intensiven Austausch mit Theolog*innen und Sozialwissenschaftler* innen nach.
Anhand unterschiedlicher Themenfelder soll die breite religiöse Praxis von Muslim*innen von ihrer Engführung auf Beten oder Anwendung von ḥalāl/ḥarām-Kategorien gelöst
und um Praxen wie ethisches, sittliches und gemeinschaftliches Handeln ergänzt werden.
Leitfragen des Workshops sind insbesondere, in welchem Verhältnis islamisch-religiöse Praxis zu den normativ formulierten Glaubensinhalten steht und wie diese Verflechtungen in islamtheologischen Studien gebührend berücksichtigt werden können.
 

Studium „Islamische Theologie“

Zum Wintersemester 2019/20 bietet die Humboldt-Universität erstmals ein Studienangebot für das Fach „Islamische Theologie“ an. Studieninteressierte haben die Möglichkeit, sich ab dem 1. Juni für einen Mono- oder einen Kombinationsbachelorstudiengang (Kern- und Zweitfach, zunächst ohne Lehramtsoption) zu bewerben. In den kommenden Jahren soll das Studienangebot weiter ausgebaut werden.

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Mitglieder des Beirates für das Berliner Institut für Islamische Theologie stehen fest

Das Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT) an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) wird zum Wintersemester 2019/20 seinen Betrieb aufnehmen. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist die Einrichtung des Beirates. Dessen Mitglieder sind nun bestellt und werden in Kürze ihre Arbeit für ein bundesweit herausragendes Projekt aufnehmen: Als erstes Islamisches Institut an einer deutschen Universität wird das BIT sunnitische und schiitische Theologie im Vergleich anbieten.

Zur Pressemeldung

 


Die erste Forscherin des Berliner Instituts für Islamische Theologie

Ayşe Almila Akca baut eine Nachwuchsgruppe zum Forschungsschwerpunkt religiöse Praxis auf

Ayşe Almila Akca
Dr. Ayşe Almila Akca
Foto: Matthias Heyde

„Ich wollte schon immer verstehen, warum Menschen glauben und wie sie ihren Glauben leben“, sagt Ayşe Almila Akca. Die Islam- und Politikwissenschaftlerin ist neu an der Humboldt-Universität. Sie ist die erste Forscherin, die am Berliner Institut für Islamische Theologie forschen wird – als Nachwuchsgruppenleiterin. Zusammen mit einer, einem Postdoc und einer Doktorandin oder einem Doktoranden wird sie unter dem Titel „Islamische Theologie im Kontext von Wissenschaft und Gesellschaft“ arbeiten.

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Millionenförderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 

Das Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT) ist auf gutem Wege, seine Lehr- und Forschungstätigkeit wie geplant im Oktober nächsten Jahres aufzunehmen. Im Oktober 2018 bewilligte das BMBF 5,7 Millionen Euro für den Zeitraum von 2019 bis 2023, in dem zwei sogenannte Forschungsprofessuren für jeweils fünf Jahre finanziert werden: eine für islamische Ideengeschichte und eine für Vergleichende Theologie. Zudem bewilligte das BMBF auch die Nachwuchsgruppenleitung „Islamische Theologie im Kontext ‚Wissenschaft und Gesellschaft‘“, die bereits zum 1.1. 2019 ihre Arbeit aufnehmen soll. Diese Nachwuchsgruppe wird gesellschaftsrelevante Themen aus islamtheologischer Perspektive erforschen, dazu zählen beispielsweise muslimische Gemeinden im säkularen Rechtsstaat, sexuelle Diversität als religiöses Problem, religiöse Kleidungsvorschriften sowie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Weitere Informationen

 


 

Michael Borgolte
Prof. Dr. Michael Borgolte,
Foto: Fabian Dombrowski

„Wir legen Wert auf eine Theologie der Vielfalt“

Interview über das Berliner Institut für Islamische Theologie mit dem Gründungsdirektor Michael Borgolte

Was genau soll am Institut erforscht werden?

Prof. Dr. Michael Borgolte: Forschungsfreiheit bedeutet, dass die am Institut tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Inhalte ihrer Forschungen selbst bestimmen. Das kann ihnen niemand vorschreiben; beschränkt sind sie nur durch die Denominationen ihrer Professuren oder sonstigen Stellen. Die HU strebt aber an, besonders solche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu berufen und anzustellen, die vergleichend innerhalb islamischer Traditionen und Lehren arbeiten und sich nach außen im interreligiösen Vergleich dem Dialog mit verwandten Fächern stellen. Außerdem sollte Islamische Theologie stets offen für Fragen und Probleme der Gesellschaft in der globalisierten Welt sein.

Wird es einen besonderen Fokus oder Schwerpunkte des Instituts geben?

Das Berliner Institut für Islamische Theologie legt Wert auf eine Theologie der Vielfalt und wird insbesondere sunnitische und schiitische Lehren vergleichend würdigen. Seine wissenschaftlichen Ziele verfolgt es in enger Kooperation mit christlichen Theologien sowie mit weiteren religionsbezogenen Studien an der HU und in der Berliner Wissenschaftslandschaft im Ganzen. Angesichts von rund 300.000 muslimischen Einwohnern in Berlin stellt sich das Institut als gleichrangige Aufgabe der Ausbildung junger Theologinnen und Theologen, die sich auf der Grundlage rationaler Durchdringung islamischer Glaubensinhalte für den Schuldienst sowie für Tätigkeiten in Moscheegemeinden, Zivilgesellschaft und Wohlfahrtspflege qualifizieren.

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